Leistungen und Angebote: Klinikum Landshut

Leistungen und Schwerpunkte der Radiologie

Angiographie und Intervention

Diagnostische Angiographie:

Als rein diagnostisches Verfahren kommt die Katheterangiographie oder digitale Subtraktionstherapie (DSA) heute nicht mehr so häufig zum Einsatz, sondern wird in unserem Hause meist durch nicht-invasive Verfahren wie die CT-Angiographie und MR-Angiographie ersetzt.

Umso wichtiger ist die Katheterangiographie aber bei minimal-invasiven Heileingriffen, den therapeutischen angiographischen Interventionen. Statt auf rein diagnostische Angiographien konzentrieren wir unsere Tätigkeit auf hochkomplexe Gefäßinterventionen, bei denen mit Hilfe winzigster Zugänge in der Leistenarterie Gefäße im ganzen Körper saniert werden. Diese Eingriffe werden in großer Zahl mit umfassender Expertise in der Radiologie am Klinikum Landshut durchgeführt.

Das Katheterverfahren ist sehr schonend, höchst effektiv und komplikationsarm. Wo früher der Chirurg oft nur noch Amputationen durchführen konnte, vermag heute der interventionelle Radiologe mit dem Katheter in örtlicher Betäubung die Durchblutung einer Extremität herstellen, so dass selbst in schwersten Fällen die Durchblutung wiederhergestellt und Bein und Leben des Patienten gerettet werden kann.

Folgende minimal-invasive Eingriffe werden in örtlicher Betäubung in unserer interventionellen Radiologie an Arterien, Venen und Gallengefäßen durchgeführt:

Eingriffe an vom Herzen wegführenden Blutgefäßen (Schlagadern / Arterie) und zum Herzen führenden Gefäßen (Venen)

Ballondilatation (PTA)

Dilatationsballon in aufgeblasenem Zustand
Dilatationsballon in aufgeblasenem Zustand

Ballondilatation, perkutane transluminale Angioplastie (PTA)

(= Ballonerweiterung von Blutgefässen von Gefäßverengungen oder Gefäßverschlüssen ohne Operation mit Katheterverfahren)

Durch Gefäßstenosen (Engen in den Arterien der Gefäße) können z.B. im Bein starke Schmerzen auftreten.

Diese treten zunächst bei Belastung auf und bessern sich in Ruhe; dies ist die so genannte Schaufensterkrankheit (pAVK II). Später mit Fortschreiten der arteriellen Verschlusskrankheit treten die Schmerzen bereits in Ruhe, besonders nachts, auf (pAVK III). Bereits in diesem Stadium, spätestens jedoch beim Auftreten von offenen Stellen und Geschwüren (Stadium IV) ist das Bein akut bedroht. Bei Rauchern wird dieses im Volksmund als Raucherbein bezeichnet. Ohne Behandlung droht die Amputation.

Durch Angiographie können Gefäßengen - in den Stadien II bis IV - mit einem Ballon aufgeweitet werden. Dadurch wird die Durchblutung akut verbessert und die Amputation kann meist vermieden werden bzw. die Schmerzen werden beseitigt.

Cutting-Balloon (Schneideballon)

Cutting Ballon - Bladeangioplastie
Cutting Ballon - Bladeangioplastie

Beim Cutting-Balloon handelt es sich um ein Spezialverfahren, bei dem ein spezieller Ballon mit 3 - 4 an der Ballonwand aufgeklebten Klingen zum Einsatz kommt. Die Klingen ritzen die Verkalkungen in der Gefäßwand an und sorgen für eine kontrollierte Aufdehnung ohne Einrisse oder zu hohen Druck.

Das Verfahren wird von uns vor allem bei exzentrischen Stenosen und harten Verkalkungen mit gutem Erfolg eingesetzt.

Stent-PTA der unteren Extremität

Beckenverschluss mit ballonmontiertem Stent
Beckenverschluss mit ballonmontiertem Stent

Stents sind Gefäßstützen aus Metall, die zum Offenhalten wiedereröffneter Gefäße verwendet werden.

Einsatzbereiche von Stents:

  • Bauchschlagader
  • Beckenarterien
  • Oberschenkelarterien
  • Unterschenkel- und Fußarterien
  • Nierenarterien
  • Dialysefisteln

Bei Engen der Beckenarterien kann durch Gefäßerweiterung mittels Ballon die Stenose zunächst erweitert werden. Zusätzlich wird im Beckenbereich oft ein Metallgitter (Stent) eingesetzt werden, wenn die Enge nicht ausreichend dehnbar ist oder eine umschriebene Gefäßverletzung vorliegt. Ein Stent wird auch dann immer verwendet, wenn ein komplett verschlossenes Gefäß im Becken wiedereröffnet werden soll. Dabei hält der Stent das Gefäß offen und verhindert ein Ablösen von thrombotischem Material aus der Wand (arterielle Embolie).

Das Verfahren ist praktisch in allen Gefäßabschnitten anwendbar, neben der Beckenregion z.B. im Unterschenkel, Oberschenkel, Nieren, Halsschlagadern, Nierenarterien und sogar in Venen.

Es gibt unterschiedliche Arten von Stents, die Hauptvarianten sind ballonmontierte eher feste Stent und sehr biegsame selbstexpandierbare Stents.

PTA / Stent der Nierenarterien

Stent der Nierenarterien
Stent der Nierenarterien

Dilatation und Stenting der Nierenarterien

Die Ballonaufdehnung eingeengter Nierenarterien bei Arteriosklerose und fibromuskulärer Dysplasie ist ein bewährtes Verfahren zur Behandlung bei Niereninsuffizienz und Bluthochdruck.

Carotis-Stent / Subclavia-Stents

Kontrastmitteldarstellung der rechten Halsschlagader nach Stent
Kontrastmitteldarstellung der rechten Halsschlagader nach Stent

Stent-PTA der Halsschlagadern / Armarterien (Carotis, Subclavia, Brachiocephalica)

Am Klinikum Landshut werden seit August 2004 durch den Chefarzt Privatdozent Dr. Hans-Peter Dinkel an der Klinik für diagnostische und interventionelle Radiologie Carotisstent-Implantationen durchgeführt. Es handelt sich um ein innovatives Verfahren zur Behandlungen von Einengungen der hirnversorgenden Schlagadern zur Verhütung von Schlaganfällen. Seither wurden viele Hundert Eingriffe mit großem Erfolg durchgeführt.

Es ist seit längerem bekannt, dass Einengungen der Halsschlagadern bei Patienten mit Arteriosklerose ein wichtiger Risikofaktor zur Entstehung von Schlaganfällen sind. Wurden diese bislang chirurgisch durch eine operative Ausschälung ("Carotisendarterektomie") behandelt, setzt sich weltweit immer mehr die schonende nicht-operative Methode (Carotis-Angioplastie / Carotis-Stenting) durch. Studien haben ergeben, dass sich durch die Behandlung von Einengungen der Halsschlagadern, das Risiko eines -- möglicherweise tödlichen -- Schlaganfalles reduzieren lässt.

Bei der Angioplastie handelt es sich es um ein minimal-invasives Verfahren, bei dem durch einen etwa 2 mm durchmessenden Einstich in der Leistengegend ein Katheter in das Gefäßsystem eingebracht wird. Mit einem Ballon wird dann die verengte Schlagader von innen aufgedehnt. Zur Stabilisierung wird eine Gefäßstütze verwendet (englisch "Stent") um eine Verschleppung von arteriosklerotischen Material aus der Gefäßwand zu vermeiden. Der Stent ist eine winzige, maschenförmige Metallröhre, die eine gitterartige Netzstruktur aufweist. Im Falle der Halsschlagadern wird ein so genannter selbstexpandierbarer Stent verwendet, der in einem dünnen Plastikschlauch geliefert und so an den Ort der Engstelle im Gefäßsystem geschoben wird. Das Applikationssystem besteht aus zwei Teilen, einer äußeren Hülle und einem inneren Träger, die gegeneinander verschoben werden können. Zieht man die äußere Hülle zurück, entfaltet sich der Stent aufgrund seiner Eigenspannung von ca. 2 mm auf seinen definierten Normdurchmesser (zum Beispiel 10 mm). Diese Selbstentfaltung könnte man mit einer Springfeder vergleichen. Durch das Maschenwerk des Stents wird das Gefäß offen gehalten und beetartige Auflagerung der Gefäßhaut (Plaques) gegen die Wand gedrückt. Dadurch kann das Blut wieder unbeeinträchtigt zum Gehirn fließen. Ein vor der Aufdehnung ins Gefäß eingebrachter Filter (Protektionssystem) verhindert, dass sich eventuell abgelöste Teile aus arteriosklerotischen Ablagerungen ins Gehirn abgeschwemmt werden und dort eventuell Schäden verursachen.

Der Eingriff erfolgt in örtlicher Betäubung ohne Narkosearzt. Meist können die Patienten schon am Folgetag die Klinik verlassen.

Eine Besonderheit des Carotis-Stentings ist dabei die Verwendung so genannter Protektionssysteme. Dabei handelt es sich um Schutzmechanismen (Ballon oder Filter), mit denen der Blutstrom zum Gehirn umgeleitet oder gefiltert wird, um Komplikationen durch Partikelverschleppung ins Gehirn zu verhindern. Besonders gefährdet, eine Einengung der Carotis oder andere Formen der Arteriosklerose zu entwickeln, sind Raucher, Diabetiker, Patienten mit hohen Blutfetten oder hohem Blutdruck. Die Erkrankung lasse sich leicht mit einer Ultraschalluntersuchung der Halsarterien ("Doppler") entdecken. Zur weiteren Abklärung wird dann eine Kernspinuntersuchung oder eine Katheterangiographie durchgeführt. Egal ob Stent, Operation oder medikamentöse Behandlung, Ziel ist, Schlaganfälle zu vermeiden.

Anerkannte Indikationen zur Carotis-Stent-Therapie sind:

  • Symptomatische Stenose, d.h. Patienten, die bereits einen kleineren Schlaganfall oder vorübergehende Lähmung (transitorisch ischämische Attacke TIA) hatten (ab ca. 70% Stenosegrad)
  • Asymptomatische Stenose, wenn die Enge sehr hochgradig ist (ca. 90%)
  • Rasch fortschreitende Stenose
  • Rezidiveingriffe (nach vorangegangen Operationen am Hals)
  • Bestrahlungstherapie in der Vorgeschichte
  • "Hostile neck", Morbus Bechterew oder andere Hindernisse gegen eine chirurgische Therapie
  • Allgemeine Narkose oder OP-Unfähigkeit bei bestehender Indikation zur Intervention

Aspirations- und Lysetherapie

Aspirationsschleuse mit abnehmbarem Ventil
Aspirationsschleuse mit abnehmbarem Ventil

Aspirationsthrombembolektomie = Absaugen von verschleppten Blutgerinnseln

Lyse (i.a.-Thrombolyse) = Medikamentöse Auflösung von Blutgerinnseln

Beide Methoden werden in der Behandlung arterieller Embolien (verschleppter Blutgerinnsel) eingesetzt. Wir bevorzugen dabei die mechanische Entfernung der Embolien durch Aspiration oder Absaugung.

Dabei wird der Embolus mit einem weitlumigen Katheter angesaugt und durch einen speziellen Katheter in der Leiste (Aspirationsschleuse) aus dem Körper entfernt.

Die Lysetherapie findet ihren Einsatz bei sehr distalen Embolien, die selbst mit sehr feinen Kathetern nicht erreichbar sind.

Atherektomie (Gefäßhobel)

Atherektomie (Gefäßhobel)
Atherektomie (Gefäßhobel)

Atherektomie (Gefäßhobel): Ein Verfahren zur Entfernung von Ablagerungen aus den Adern, das als Alternative zur PTA oder Stent zum Einsatz kommt.

Bei der Atherektomie werden - im Gegensatz zum Ballonverfahren - die krankhaften Ablagerungen nicht an die Gefäßwand gedrückt, sondern dauerhaft aus dem Gefäß entfernt. Auch vermeidet das Verfahren die Anwendung hoher Drücke durch Ballons, die als mögliche Ursache für Rezidive gelten.

Das Verfahren wird in speziellen geeigneten Fällen am Klinikum Landshut eingesetzt.

Cava-Interventionen: Eingriffe an großen Hohlvenen

Verschluss der oberen Hohlvene bei Tumor: Indikation für Cavastent
Verschluss der oberen Hohlvene bei Tumor: Indikation für Cavastent

Cavastents: Eröffnung der großen Körpervenen bei Einflussstauung (SVCS)

Cavafilter: Bei wiederholter Lungenembolie werden Filter in die untere Hohlvene gesetzt

Manche Patienten mit Tumoren der Lunge erleiden eine sogenannte obere Einflussstauung oder Malignes Vena cava superior-Syndrom. Dies ist ein schwerwiegender Zustand mit Schwellung im Kopf, Armen und Gehirn. Die Beschwerden klingen nach dem Cava-Stenting sofort ab.

Gallenganginterventionen

Gallengangintervention
Gallengangintervention
  • Perkutane transhepatische Drainage (PTCD)
  • Gallengangs-PTA
  • Gallengangs-Stents

Diese Verfahren kommen bei gutartigen und bösartigen Verengungen der abführenden Gallenwege zum Einsatz.

Anwendungsgebiet des perkutanen Verfahrens sind Situationen, in denen durch Spiegelung der Gallengang nicht sondiert werden kann, meist nach sog. Billroth-II Operationen. Die PTCD und das perkutane Stenting sind dann oft die einzig wirksame Therapie bei mechanischem Ikterus (Gelbsucht durch Gallenwegsverengungen).

Embolisationstherapie (bei Blutungen oder Tumoren)

Embolisation Nierenblutung
Embolisation Nierenblutung
  • Embolisationstherapie mit Coil, Okkluder oder Partikeln
  • Arterielle Embolisationstherapie: therapeutischer Verschluss von Gefäßen bei Blutungen, bei Verletzungen, Tumoren oder anderen Krankheiten die zur Blutung führen, z.B. Darmblutungen
  • Assistierende Embolisationen: zur Vorbereitung von Endoprothesen
  • Chemoembolisation der Leber (TACE): Erprobtes minimal-invasives Verfahren zur Behandlung von Leberkrebs
  • Uterusembolisation bei Blutungen oder Myomen

Bei der Embolisationstherapie kommen unterschiedliche Verfahren zum Einsatz um Gefäße zu verschließen. Die Anwendung erfolgt immer über Katheter, meist auf transfemoralen Wege, d.h. über die Leistenarterie in örtlicher Betäubung. Häufig werden dabei koaxiale Mikrokatheter verwendet. Das sind ca. 1 mm dünne Katheter, die durch andere Katheter mit Drähten an die gewünschte Stelle platziert werden. Durch den Mikrokatheter werden Partikel, flüssige Embolisate (z.B. Lipiodol) oder Metallspiralen (Coils) beschoben, um die gewünschte Arterie zu verschließen.

Häufige Anwendungen der Embolisationstherapie sind Blutungen durch Unfälle oder Komplikationen bei inneren Krankheiten oder Operationen. Daneben werden auch bösartige Tumore embolisiert, um diese unter Kontrolle zu halten.

Uterusembolisationstherapie

Beispiel einer Embolisation der A. uterina mithilfe eines koaxialen Mikrokatheters
Beispiel einer Embolisation der A. uterina mithilfe eines koaxialen Mikrokatheters

Uterusembolisationstherapie oder Myomen bei Blutungen

Ein Anwendungsgebiet der Embolisationstherapie in der Frauenheilkunde sind akute Blutungen, oft nach Entbindung. Daneben werden auch Tumoren embolisiert oder sogar gutartige Veränderungen wie Gebärmutterknoten (Uterusmyome).

Medikamentenbeschichtete Ballons und Stents

Medikamentenbeschichtete Stents
Medikamentenbeschichtete Stents

Medikamentenbeschichtete Ballons: Mit speziellen Medikamenten (z.B. Paclitaxel) beschichtete Ballons verhindern das Wiederauftreten von Engstellen nach PTA. Einsatz v.a. bei Rezidiven.

Medikamentenbeschichtete Stents: Bei diesem Verfahren gibt ein Metallstent ein Medikament an die Gefäßwand ab.

Beide Verfahren vermindern nachgewiesenermaßen die Neubildung von Narben in der Gefäßwand. Die Interventionelle Radiologie am Klinikum Landshut setzt mit guten Erfahrungen mit Paclitaxel beschichtete medikamentenfreisetzende Ballons bei Rezidiven (Wiederholungseingriffen) ein.

Computertomographie

Computertomograph im Klinikum Landshut
Computertomograph im Klinikum Landshut

Computertomographie (Spiral-CT, Mehrzeilen-CT)

Die Computertomographie (CT) ist vor allem seit Entwicklung der Spiral-CT und Mehrzeilen-CT aus der Diagnostik nicht mehr weg zu denken. Die Spiral-CT ist das Arbeitspferd und Rückgrat der modernen Radiologie. Die Anwendungen sind mannigfaltig vor allem in der Diagnostik von Schlaganfällen, der Unfalldiagnostik und bei akuten Beschwerden. Durch entsprechende hochauflösende Untersuchungen mit Mehrzeilen-CT sind auch sehr hochwertige Darstellung der Blutgefäße möglich, mit unserem modernsten Gerät sogar in zeitaufgelöster 4D-Darstellung.

CT-Angiographie (Gefäßdarstellung im Mehrzeilen-CT)

CTA CT-Angiographie einer Aortenisthmusstenose
CTA CT-Angiographie einer Aortenisthmusstenose

Der CT-Angiographie (CTA) handelt es sich um eine Gefäßdarstellung im Mehrzeilen-CT, die aus Schichtbildern berechnet wird. Die Untersuchung basiert auf der intravenösen Gabe eines jodhaltigen Röntgenkonstrastmittels und ist sehr präzise und leistungsfähig.

Mit unserem modernen 128-Zeilen-CT lassen sich auch sehr effektive Gefäßdarstellungen anfertigen, die bei der Abklärung von Unfällen (Polytrauma), der Planung von Aortenprothesen und der Darstellung der Blutgefäße der Extremitäten unverzichtbar geworden sind. Im Notfall kann das High-End Gerät einen ganzen Menschen von Kopf bis Fuß in weniger als 10 Sekunden komplett untersuchen.

CT-Interventionen: Drainagen und Biopsien

CT-Intervention
CT-Intervention

CT-Interventionen erweitern das Spektrum der Radiologie von der Diagnosestellung hin zur Behandlung (therapeutische Interventionen). Diese Sparte der Radiologie spielt eine wichtige Rolle bei den Behandlungen von Erkrankungen und Komplikationen. CT-Interventionen sind minimal-invasiv und gleichzeitig hocheffektiv.

  • Abszessdrainagen
  • Perkutane Biopsien
  • Schmerztherapie (Facettenblockade, Periradikuläre Therapie)
  • Sympathikolyse und Plexusblockade
  • Radiofrequenztherapie zur Schmerz- und Tumortherapie (RITA)

So kann beispielsweise eine Abszessdrainage in örtlicher Betäubung höchst effektiv Eiteransammlungen aus dem Körper entfernen, was binnen weniger Stunden zu einer schlagartigen Verbesserung schwerer Entzündungszuständen führt.

CT-Schmerztherapie: PRT und Facettenblockade

PRT L5 / S1 bei Bandscheibenvorfall
PRT L5 / S1 bei Bandscheibenvorfall

Rückenschmerzen oder ausstrahlende Schmerzen in die Beine können durch zielgenaue Infiltrationen beseitigt werden. Bei pseudoradikulärer Schmerzsymptomatik kommt die Facettenblockade zum Einsatz, bei echten Bandscheibenvorfällen die periradikuläre Therapie (PRT). Bei beiden Verfahren wird ein Gemisch eines örtlichen Betäubungsmittels (in der Regel Lidocain / Bupivacain mit einem Langzeitcorticoid (z.B. Triamcinolon) an der Facette oder der hinteren Spinalwurzel injiziert. Der Eingriff wird meist ambulant durchgeführt. Einige Tage vor dem Eingriff sollten - nach Rücksprache mit dem Hausarzt - blutverdünnende Mittel wie ASS ausgesetzt werden.

Radiofrequenztherapie im CT (RITA)

Klinischer Einsatz der RR-Ablation im CT, In Vitro Experiment zur Darstellung der RF induzierten thermischen Nekrose, Computertomographie mit der ausgefahrenen Schirmelektrode unter RITA-Behandlung
Klinischer Einsatz der RR-Ablation im CT, In Vitro Experiment zur Darstellung der RF induzierten thermischen Nekrose, Computertomographie mit der ausgefahrenen Schirmelektrode unter RITA-Behandlung

Die Radiofrequenztherapie (oft auch RITA genannt) ist ein Verfahren zur Behandlung von Knochenschmerzen oder Tumoren. Sie eignet sich zur minimal-invasiven Therapie (RITA). Dabei wird durch Radiowellen eine sehr örtlich begrenzte Hitzeeinwirkung erzeugt, die zu einem Absterben der Tumorzellen in diesem gewünschten Gebiete führt (Nekroseinduktion).

Der Chefarzt der Klinik für diagnostische und interventionelle Radiologie, Privatdozent Dr. med. Hans-Peter Dinkel, hat Ende August 2004 erstmals in Landshut eine so genannte RITA-Therapie (radiation induced thermal ablation) an einem bösartigen Lebertumor durchgeführt.

Damit wird das Spektrum der medizinischen Versorgung in der Region um eine neue minimal-invasive Therapieform bösartiger Tumoren bereichert. Der Vorteil der neuen Methode ist, dass in geeigneten Fällen auf einen operativen Eingriff verzichtet werden kann. Die Methode kommt vor allem bei Tochtergeschwülsten in der Leber (Lebermetastasen) aber auch anderen Tumoren, etwa im Knochen zum Einsatz.

Vorteil der RITA-Therapie ist der minimal-invasive Ansatz, d.h. es entfällt die Notwendigkeit zu einer offenen Operation und der Patient kann --- je nach Art des Eingriffs --- bereits am Folgetag oder nach wenigen Tagen das Krankenhaus verlassen.

Das Verfahren findet auch Anwendung bei gutartigen und bösartigen Knochentumoren, z.B. dem sog. Osteoidosteom oder bei Metastasen. Eine andere Indikation ist die Schmerztherapie an der Wirbelsäule.

Computertomographie des Herzens

128-Zeilen-Herz-CT mit dosissparender Step-and-Shoot Technologie
128-Zeilen-Herz-CT mit dosissparender Step-and-Shoot Technologie

Herz-CT mit nicht-invasiver Darstellung der Herzkranzgefäße

  • Engste interdisziplinäre Zusammenarbeit
  • Hochwertige Technik mit dem derzeit modernsten 128-Zeilen Herz-Computertomographen der Welt
  • Minimierung der Patientendosis

Das Klinikum Landshut verfügt mit dem modernen 128-Zeilen-Mehrschicht-Computertomographen Siemens Definition AS+ in der Klinik für diagnostische und interventionelle Radiologie (Chefarzt Privatdozent Dr. Hans-Peter Dinkel) über ein sehr robustes und leistungsfähiges Gerät zur optimalen Diagnostik des gesamten Körpers einschließlich der Herzkranzgefäße. Das Klinikum Landshut war nach dem Prototypen in der Uniklinik Erlangen eine der ersten Installationen dieses Typs.

Chefarzt Privatdozent Dr. Dinkel von der Radiologischen Klinik und Chefarzt Professor Holmer von der Kardiologischen Klinik setzten das Gerät in enger Zusammenarbeit bei potentiellen Herzpatienten zur nicht-invasiven Diagnostik der Herzkranzgefäße ein.

Das Gerät kann die Herzgefäße (Coronarien) völlig risikolos ohne Herzkatheter untersuchen. Die kompletten Bilder werden dabei während drei einzelnen Herzschlägen ermittelt. Nötig ist lediglich ein Atemanhalten von weniger als 7 Sekunden und die Gabe eines gut verträglichen Kontrastmittels in eine Armvene.

Bislang war dies nur mit dem Herzkatheter möglich. Zwar gibt es seit einiger Zeit auch 32 und 64-Zeilen-Computertomographen die dies erstmals ohne Katheter gestatteten. Leider benötigten diese bislang eine recht hohe Strahlendosis (bis 20 mSv = milliSievert). Dies ist mit dem neuen 128-Zeilen-CT am Klinikum anders. Die neuartige Schrittverschiebe-Technologie (Step-and Shoot, Fa. Siemens, zu deutsch etwa "Schritt-und-Mess-Technologie") ermöglicht es die Strahlendosen massiv zu reduzieren. Werte um 2 bis 3,5 mSv sind jetzt der neue Standard für Herzuntersuchungen, in Einzelfällen können sogar Werte unter 1 mSv erreicht werden. Dies entspricht nur etwa einem Viertel der natürlichen Strahlenbelastung eines Durchschnittsbürgers im Jahresmittel. Prof. Holmer von der Kardiologie meint: "mit dem neuen Gerät, das exklusiv am Landshuter Klinikum bereit steht, braucht niemand mehr vor einer Herzuntersuchung Angst zu haben." Mit dem neuen Gerät kann das Klinikum den Landshuter Bürgern in Stadt und Landkreis eine optimale medizinische Versorgung zur Vorbeugung vom Herzinfarkt anbieten.

Vorbereitung und Anmeldung Herz-CT:

Tel. Radiologie / Herz-CT: 0871/698 3392
Tel. Kardiologie (zur Vorbereitung): 0871/698 3723
(bitte vereinbaren Sie einen Termin in der Kardiologie vor der Herz-CT Untersuchung)

Die Herz-CT Untersuchungen werden interdisziplinär zwischen Radiologie und Kardiologie ausgewertet. Zur Vorbereitung der Untersuchung muss ein Vorbereitungstermin spätestens eine Stunde vor der geplanten Untersuchung in der Medizinischen Klinik I (zuständig OA Dr. Obermeier) stattfinden. Die Untersuchungen werden optimalerweise mit einem kurzwirksamen Betablocker (Metoprolol) durchgeführt um den Pulsschlag zu stabilisieren und die Gefäße mit einem Hub Nitro erweitert. Diese Medikamente sollten bei Asthma und arteriellen Durchblutungsstörungen nicht verwendet werden. Bitte geben Sie daher an ob Sie an Asthma oder arterieller Verschlusskrankheit AVK leiden. Trinken Sie vor der Untersuchung keinen Kaffee, Tee und rauchen Sie nicht!

Patientenaufklärungsbogen
Weiterführende Informationen

Digitale Radiographie (Röntgen)

Digitale Radiographie (Röntgen)
Digitale Radiographie (Röntgen)

Unsere Abteilung ist voll digitalisiert, was viele Vorteile hat. Alle Röntgenaufnahmen werden mittels Festkörperdetektor oder digitalen Speicherfolien angefertigt und in einem zentralen elektronischen Bildarchiv gespeichert. So können sie an speziellen hochauflösenden Bildschirmen befundet werden und sind den behandelnden Ärzten auf den Stationen und Ambulanzen zur Betrachtung, auch bei Folge-Aufenthalten des Patienten, jederzeit zugänglich.

Mit unseren modernen Geräten gelingt es die nötige Strahlendosis sehr gering zu halten. So entspricht die Strahlendosis einer normalen Lungenaufnahme in etwa der Höhe der Strahlung während eines normalen Transatlantikfluges.

Die häufigste Untersuchung ist auch heute noch die Thoraxröntgenaufnahme (Übersichtsaufnahme der Lunge z.B. vor geplanten Operationen). Daneben sind auch Knochenaufnahmen (Skelettaufnahmen) wichtig zur Behandlung von Unfällen und abnutzungsbedingten Beschwerden.

Durchleuchtung

Typische Speiseröhrenverengung bei Achalasie in der DL-Schluckuntersuchung
Typische Speiseröhrenverengung bei Achalasie in der DL-Schluckuntersuchung

Bei der Durchleuchtung werden mit einem speziellen Röntgengerät in Echtzeit Projektionsbilder erzeugt. Dafür stehen uns 2 digitale Durchleuchtungsgeräte zur Verfügung. Anwendungen sind:

  • Funktionelle Magen-/Darmdiagnostik
  • Speiseröhrenuntersuchung mit Videokinematographie
  • Magen-Darm-Passage
  • Dickdarmeinlauf
  • Defäkographie
  • Myelographie
  • Arthrographie
  • Phlebographie

Magnetresonanztomographie

Magnetresonanztomographie
Magnetresonanztomographie

Kernspin im Klinikum Landshut

Schichtbild des Körpers durch Radiowellen
Die Magnetresonanztomographie (MR, MRT) auch Kernspintomographie genannt, ist ein bildgebendes Verfahren, das ähnlich wie die Computertomographie ein Schichtbild aus dem Körper liefert. Dabei wird der Patient in eine offene Röhre mit einem Magnetfeld geschoben und es werden mit Hilfe von Radiowellen Bilder aus dem Körper erzeugt. Die Untersuchung ist völlig schmerzlos aber mit lauten Klopfgeräuschen verbunden.

Brust, Bauch und Becken
Die MRT macht Strukturen im Körperinneren sichtbar. Aufgrund des hohen Gewebskontrasts der MRT können innere Organe im Brust- und Bauchbereich wie z.B. Herz, Leber, Bauchspeicheldrüse, Nieren, Gallensystem sowie Dünn- und Dickdarm untersucht werden. Auch Beckenorgane wie Gebärmutter, Mastdarm und Prostata stellt sie genau dar.

Kopf und Gehirn
Die Kernspintomographie ist ein sehr empfindliches Verfahren um Veränderungen im Gehirn zu untersuchen. Die MRT erkennt die Ursachen von Kopfschmerzen, Schwindelgefühl und Schlaganfällen. Seine Bilder stellen Erkrankungen des zentralen Nervensystems präzise dar.

Wirbelsäule
Mittels MRT können kleinste Veränderungen der Wirbelsäule und Bandscheiben erkannt werden. Beeinträchtigungen des Rückenmarks oder der Nerven werden sichtbar.

Gelenke
Geringste Verletzungen oder Erkrankungen der Sehnen und Bänder, Gelenkkapseln und -knorpel sowie der Menisci lassen sich mit der MR-Tomographie feststellen. Auch damit verbundene Veränderungen an den Knochen - wie z.B. versteckte Brüche bei Osteoporose werden exakt erkannt.

Blutgefäße
Im MRT wird sichtbar, ob die Blutzirkulation in verschiedenen Körperregionen richtig funktioniert. Einzelne Blutgefäße wie Venen, Arterien und Schlagadern können daraufhin untersucht werden, ob sie verengt oder verschlossen sind.

Vorteile der MRT: 
Hoher Weichteilkontrast, fehlende Exposition mit Röntgenstrahlen, präzise Diagnostik

Nachteile der MRT:
Relativ lange Untersuchungsdauer, lautes Geräusch bei Untersuchung (Sie erhalten daher immer Gehörschutz!)

Mögliche Nebenwirkungen:
Lokale Gewebserhitzung v.a. auch bei Tätowierungen. Bei manchen Untersuchungen können Nervenstimulationen auftreten (die z.B. unwillkürliches Zucken verursachen). Schwangere sollten nur bei strenger Indikationsstellung untersucht werden, obwohl Schäden der Leibesfrucht beim Menschen bislang nicht nachgewiesen wurden.

Gegenanzeigen für MRT sind

  • Herzschrittmacher
  • Medizinische Implantation (Insulinpumpen, Hörgeräte, Cochleaimplantate), welche durch das Magnetfeld zerstört werden könnten
  • Ferromagnetische Fremdkörper in der Nähe lebenswichtiger Organe

Patienten mit künstlichen Herzklappen und Metallprothesen können in den meisten Fällen ohne Probleme untersucht werden. Zum Teil sind Wärmegefühle bei Implantaten möglich.

Teilen Sie uns bitte mit wenn Sie ein Unwohlsein während der Untersuchung bemerken. Sie können uns während der Untersuchung immer mit einer Quetsch-Hupe informieren, wenn Sie sich unwohl fühlen oder uns etwas mitteilen möchten. Sie werden zusätzlich während der Untersuchung ständig medizinisch überwacht, z.B. durch Pulsmessung (Pulsoxymetrie).

Enge Kooperation im Interesse der Patienten
Das Klinikum Landshut kooperiert seit langem erfolgreich mit dem Privatinstitut für Kernspindiagnostik Priv.-Doz. Dr. Dinkel, das zwei Kernspintomographen im und am Klinikum gemeinsam mit dem Personal des Klinikums betreibt. Beide Geräte - offen und geschlossen - stehen allen Patienten des Klinikums, ambulanten Privatpatienten und Selbstzahlern, sowie bei berufsgenossenschaftlichen Arbeits- und Wegeunfällen (BG) zur Verfügung.

Offene Kernspintomographie
Ab sofort haben alle stationären Patienten des Klinikum Landshut auch Zugang auf ein offenes Kernspintomographiegerät, das offene Hochfeld MRT-Gerät Philips Panorama 1T, in der Offenen MRT Priv.-Doz. Dr. Dinkel. Damit können auch Kleinkinder, Adipöse und Patienten mit Abneigung gegen geschlossene Räume optimal untersucht werden.

Kernspintomographie im Klinikum
Das geschlossenen 1,5 T HD MRT (Kernspin im Klinikum) befindet sich in der Eingangsebene 1 des Klinikums, der offene Hochfeld-MRT im 2. Obergeschoß des Gesundheitszentrum Landshut vorm Haupteingang des Klinikums.

Mammadiagnostik

Mammadiagnostik
Mammadiagnostik

Bildgebende Diagnostik von Erkrankungen der Brust
Die Mammaradiologie beinhaltet folgende Modalitäten und Spezialmethoden:

  • Mammographie
  • Galaktographie
  • Mammasonographie
  • Mammastereotaxie
  • Vakuumbiopsie

Das Klinikum Landshut ist zertifiziertes Brustzentrum
Dabei gilt das Hauptaugenmerk der (Früh-)Erkennung und vor allem der Behandlung von Brustkrebs (Mammakarzinom).

Im Rahmen des Brustzentrums arbeiten folgende Ärzte und Fachgebiete eng zusammen:

  • Gynäkologen (Frauenärzte) der Frauenklinik (Chefarzt Dr. I. Bauerfeind)
  • Radiologen der Klinik für Radiologie (Chefarzt Privatdozent Dr. H.-P. Dinkel)
  • Pathologen des Instituts für Pathologie (Chefarzt Prof. Dr. W. Permanetter)

Die Klinik für diagnostische und interventionelle Radiologie am Klinikum Landshut gGmbH ist modern ausgerüstet und verfügt über ein modernes (Siemens Mammomat 3000 mit Stereotaxie) sowie über eine Ultraschalleinheit mit hochauflösender 7.5 MHz Sonde.

Personell ist die Klinik für diagnostische und interventionelle Radiologie am Klinikum Landshut gut aufgestellt. Chefarzt Privatdozent Dr. Dinkel, Chefarztstellvertreter Oberarzt Dr. Oberst und der Facharzt für Radiologie Dr. Nikpur verfügen über ausgewiesene Fachkenntnisse auf diesem Gebiet. CA PD Dr. Dinkel und OA Dr. Oberst verfügen zudem über die spezielle Zertifizierung Mammographie der KV Bayern. CA PD Dr. Dinkel hat zudem eine spezielle mammaradiologische Ausbildung am niederländischen Zentrum für Brustkrebs Screening Zentrum (LRCB, Dutch National Expert Training Breast Cancer Center) in Nijmegen (Prof. Hendriks, Prof. Holland) absolviert.

Mammographie
ist die Röntgenuntersuchung der Brustdrüse: die sicherste Methode, Brustkrebs schon in einem frühen Stadium zu entdecken. Die Klinik verfügt über ein modernes Mammographiegerät vom Typ Siemens Mammomat, das den modernen Leitlinien in vollem Umfang entspricht. Um die Strahlenexposition so gering wie möglich zu halten, wird das Gerät regelmäßigen strengen Qualitätskontrollen unterzogen.Auch die Anforderungen an die Befundung sind hoch. So müssen sich Befunder im Rahmen des bayerischen Mammographie-Screenings jährlich einer Zertifizierung unterziehen, bei dem im Rahmen einer Prüfung 100 Mammographien ohne Kenntnis des klinischen Befundes beurteilt werden müssen.

Bei der Mammographie wird die Brust zwischen die Aufnahmeplatte und einen Glastubus eingespannt. Manche Frauen scheuen sich vor der Mammographie, da sie fürchten, durch das Einspannen der Brust können Krankheiten oder gar ein bösartiges Leiden ausgelöst werden. Diese irrige Vorstellung entbehrt jeglicher Grundlage. Eine gewisse Kompression, das heißt ein leichter Druck beim Einspannen der Brust, ist notwendig zur Erzeugung hochwertiger und aussagekräftiger Aufnahmen.

Unsere kompetenten und freundlichen Medizinisch-technische Radiologie-Assistentinnen (MTRA) und Röntgenassistentinnen sind unter der Anleitung unserer leitenden MTRA, Frau D. Jovanovic, speziell geschult in der Durchführung der Mammographie. Sie gehen mit sehr viel Einfühlungsvermögen auf die Patientinnen ein. Technische Perfektion und das Wohlbefinden unserer Patientinnen sind für uns kein Widerspruch.

Mikrokalk
Mikrokalk ist ein empfindlicher Hinweis für das Auftreten eines Mammakarzinoms (Brustkrebs). Er kommt bereits bei der Vorstufe des Mammakarzinoms, dem duktalen carcinoma in situ (DCIS) vor, aus dem sich früher oder später ein echtes, invasives Mammakarzinom entwickeln kann. Mikrokalk ist also ein Vorbote des Mammakarzinoms. Die Entdeckung von Mikrokalk ist nur durch die Mammographie möglich und ermöglicht damit eine echte Frühdiagnose. Dadurch kann die Krankheit in einem Stadium erkannt werden, in der eine komplette Heilung möglich ist.

Chefarzt PD Dr. Dinkel hat sich in eigenen Studien intensiv wissenschaftlich mit dem Thema Mikrokalk beschäftigt.

Galaktographie
Bei der Galaktographie wird eine geringe Menge jodhaltigen Kontrastmittels in die Milchgänge gespritzt. Galaktographien können bei pathologischer Mammasekretion notwendig werden. Pathologische Mammasekretion bedeutet Absonderungen aus der Brust außerhalb der Stillzeit, die nicht auf hormonelle Einflüsse zurückzuführen sind.

Mammasonographie
Unter Mammasonographie versteht man die Untersuchung der weiblichen Brust mit Ultraschall. Der Ultraschall ist insbesondere geeignet Zysten von soliden Tumoren zu unterscheiden. Dies spielt in der Diagnostik der so genannten Fibrozystischen Mastopathie eine Rolle. Auch gelingt mit der Mammasonographie meist die Unterscheidung von bösartigen von gutartigen Tumoren.

Stereotaxie
Unter Mammastereotaxie versteht man die dreidimensionale Darstellung und Markierung verdächtiger Herdbefunde in der Brust. Unsere Mammographieanlage verfügt über eine Zusatzeinrichtung zur stereotaktischen Markierung von Herdbefunden. Dazu werden zwei Aussschnittsmammographiebilder in zwei unterschiedlichen Ebenen, die sich im Winkel von 25° schneiden, angefertigt. 

Damit ist es möglich beispielsweise Mikrokalk oder Tumorherde mit einem Draht zu markieren (Drahtmarkierung) oder einer Stanzbiopsie zu unterziehen. Diese Untersuchung erfolgt unter örtlicher Betäubung und ist damit so gut wie schmerzlos.

Mammabiopsie (Vakuumbiopsie und Fischertisch)

Vakuumbiopsie und Fischertisch
Vakuumbiopsie und Fischertisch

Vakuumbiopsie
Die Vakuumbiospie ist ein neues minimal-invasives Verfahren um verdächtige Herdbefunde und Mikrokalk ohne Operation feingeweblich zu untersuchen. Dafür war bislang noch eine offene Operation erforderlich. Bei kleinen Befunden kann sogar mithilfe der Vakuumbiospie ein verdächtiger Herd ganz entfernt werden. Auf jeden Fall dient die Methode dazu die Art einer Brustveränderung in einer histopathologischen Untersuchung abzuklären, damit dann die entsprechende Therapie eingeleitet werden kann.

Was passiert bei der Vakuumbiopsie?
Zunächst wird eine stereotaktische Mammagraphie durchgeführt um den Herd zu lokalisieren. Dann wird unter örtlicher Betäubung die Vakuumbiopsienadel eingeführt. Unter Sog (Vakuum) wird Gewebe in die Öffnung der Schneidbiopsienadel gezogen und dann der Schneidmechanismus betätigt. Das ganze ist kaum schmerzhaft, da die Brust selber über kaum Schmerzrezeptoren verfügt und die Haut zuvor betäubt wurde. Durch mehrfaches Drehen an der Nadel werden insgesamt ca. 20 bis 25 Proben entnommen, was gewonnnen Gewebemengen von 1 g -- 2 g entspricht.

Wofür ist die Vakuumbiopsie geeignet?
Die Vakuumbiopsie eignet sich besonders zur Abklärung von suspektem, gruppiertem Mikrokalk. Daneben eignet sie sich zur Abklärung kleiner, scharf begrenzter Weichgewebsherde.

Wofür ist die Vakuumbiopsie nicht geeignet?
Die Vakuumbiopsie eignet sich nicht für die Abklärung von unscharfen mammographischen Herdbefunden.

Die Vakuumbiopsie eignet sich nicht zur Abklärung von diffusem (mastopathischem) Mikrokalk.

Ablauf einer Vakuumbiopsie
1. Herddarstellung in der Mammographie
Oft liegen die Aufnahmen schon vor. Wichtig zur Lokalisation in zwei  Ebenen ist oft die Durchführung einer zusätzlichen lateromedialen Aufnahme zur Darstellung des Herdes in zwei senkrecht aufeinander stehenenden Ebenen.

Nur damit ist die dreidimensionale Ortung möglich (Vorgabe des Bayerischen Mammographie-Screenings).

2. Lokalisation durch Stereoaufnahmen

3. Kontrollaufnahmen nach Vakuumbiopsie

Osteodensitometrie (QCT)

Ein T-Wert von Minus 3 entspricht einem Wert von 3 Standardabweichungen unter dem Mittelwert und spricht für eine Osteoporose
Ein T-Wert von Minus 3 entspricht einem Wert von 3 Standardabweichungen unter dem Mittelwert und spricht für eine Osteoporose

Osteodensitometrie mit CT (QCT) - Knochendichtemessung

Bei der Osteodensitometrie handelt es sich um die Knochendichtemessung durch Computertomographie (QCT). Dabei wird eine kurze Messung über 3 Lendenwirbeln in Niedrigdosis-Technik durchgeführt. Die Untersuchung dauert kaum eine Minute. Die Messwerte werden mit den Messwerten eines großen Vergleichskollektivs verglichen. Dabei werden 2 Werte, der T-Wert und der Z-Wert, ermittelt. Der Z-Wert entspricht dem Vergleich mit einem Durchschnitt von Personen ihrer Altersgruppe. Der T-Wert entspricht dem Absolutwert und gibt die Höhe der Abweichung über die Anzahl der Standardabweichungen vom Mittelwert im Gesamtkollektiv an. Im klinischen Alltag hat vor allem der T-Wert eine Bedeutung.

Sonographie (Ultraschall)

Sonographie (Ultraschall)
Sonographie (Ultraschall)

Schnittbildverfahren basierend auf der Anwendung von Ultraschallwellen

Der Vorteil der Sonographie für den Patienten ist, dass keine Röntgenstrahlen angewendet werden müssen. Außerdem können die Bilder in Echtzeit erzeugt werden, so dass die Beobachtung von physiologischen Abläufen wie etwa Atmung, Darmtätigkeit, Blutfluss oder Herzschlag möglich ist.
Nachteil ist die limitierte Eindringtiefe des Ultraschalls. Daneben ist eine standardisierte Bilddokumentation beim Ultraschall eingeschränkt. Anwendungsgebiete sind vor allem Bauchorgane, Weichteile, Sehnen, die Haut und die (weibliche) Brust

Farbdopplersonographie / Duplexsonographie

Die Farbdopplersonographie / Duplexsonographie dient zur Darstellung und Messung von Blutfluss. Damit können Einengungen von Blutgefäßen erkannt und quantifiziert werden. Die Methode kommt etwa an den Halsschlagadern (Carotis) zur Anwendung, um Einengungen (Stenosen) zu entdecken, die Schlaganfälle (Apoplex) auslösen könnten.

Kontrastmittelsonographie

Bei der Kontrastmittelsonographie wird ein intravenöses Kontrastmittel injiziert, das den Schall besser reflektiert als das normale Gewebe. Das Mittel ist sehr gut verträglich und basiert auf der Bildung winzigster Luftbläschen auf einem Zuckerträger, an denen der Schall reflektiert wird. Anwendungsgebiete sind einerseits die Diagnostik von Tumoren vor allem in der Leber. Des weiteren können auch Blutgefäße z.B. die Aorta nach Endoprothesenimplantation damit gut beurteilt werden.
Ansprechpartner: Oberarzt Nikpur

Modernes Sonographiegerät mit Tissue Harmonic Imaging

Für alle Ultraschalluntersuchungen benützen wir ein hochmodernes digitales Gerät, das 2D-, 3D-, 4D- und MPR-Anwendungen sowie volumetrische Bildgebung und Realtime-Darstellung in allen Modi ermöglicht.

Stentgraft-Therapie (Endoprothesen)

Stentgraft an geplatzter Schlagader
Stentgraft an geplatzter Schlagader

Erweiterte Gefäße mittels Prothesen von innen abdichten

Bei der Stentgraft-Therapie handelt es sich um eine Form der Interventionellen Radiologie, bei der es um die Einbringung einer Gefäßprothese von innen in eine Arterie geht (siehe Abb.). Sinn dieser Therapie ist es, das erweiterte Gefäß oder eine Gefäßruptur von innen abzudichten. Oft werden mit dieser Methode Aneurysmen der Bauchaorta behandelt. Ein Aneurysma ist eine krankhafte Aussackung einer Schlagader. Das Aneurysma geht in Abhängigkeit von seiner Größe mit einer gewissen Gefahr einher zu platzen. Dies kann im Falle einer großen Arterie, etwa der Bauchaorta, akut lebensbedrohlich sein. Am Klinikum werden diese Eingriffe in der Regel in Zusammenarbeit zwischen Radiologie und Gefäßchirurgie durchgeführt, gelegentlich auch bei Notfällen, etwa bei Unfällen oder geplatzter Bauchschlagader.