Krankenhauswesen bis 1965: Klinikum Landshut

Krankenhauswesen bis 1965

Von der Rochuskapelle bis zum Adelmannschloss

(Quelle: Krankenhäuser und medizinische Unterrichtsanstalten in Landshut von Theo Herzog)

Mittelalter

Mittelalter

Im Mittelalter wurden Kranke grundsätzlich in der Familie gepflegt und von Ärzten und Badern ambulant behandelt.

Das urkundlich erstmals 1252 erwähnte St.-Bartlmä-Leprosenhaus bei St. Nikola lässt sich nicht mit den neuzeitlichen Krankenhäusern vergleichen. In den Leprosenhäusern wurden insbesondere die vom ansteckenden Aussatz Befallenen, bei geringen Aussichten auf Heilung, zwangsweise von der übrigen Gesellschaft abgesondert.

15./16. Jahrhundert

15./16. Jahrhundert

Gegen Ende des 15. Jh. wurden mit dem Seelhaus und dem Blatternhaus samt Rochuskapelle zwei Einrichtungen geschaffen, deren Bestimmung nicht mehr vorrangig die Absonderung unheilbar Aussätziger, sondern die Behandlung ansteckender Krankheiten war. Das Seelhaus dürfte vermutlich seine Fortsetzung im Lazarett der Stadt gefunden haben, welches erstmals 1570 erwähnt ist. Das Blatternhaus wurde 1808 aufgelöst.

16./17. Jahrhundert

16./17. Jahrhundert

Zeiten epidemischer Ansteckungsgefahr und Kriege veranlassten die Stadt, um die Mitte des 16. Jahrhunderts, neben dem Stadtlazarett, wohin die Kranken verbracht wurden, noch Häuser einzurichten, in denen die Gesundeten ein paar Wochen in Quarantäne behalten wurden, die Mayr’sche und die Pollner’sche Behausung.

17./18. Jahrhundert

17./18. Jahrhundert

Da das Lazarett bis 1707 als Soldatenkrankenhaus benutzt wurde, musste auf Befehl der Regierung 1673 ein neues Bürgerkrankenhaus gebaut werden. Es entstand als Stadtbruderkrankenhaus mit 12 Betten im Heiliggeistspital, das bis zur Einrichtung des Städt. Allgemeinen Krankenhauses an der Länd im Jahre 1810 benützt wurde. 1673 war außerdem das „untere“ städtische Krankenhaus entstanden, das 1777 de jure in dem 1738 begründeten Liebsbundkrankenhaus, dem heutigen Magdalenenheim, aufging.

19. Jahrhundert

19. Jahrhundert

Prof. Dr. Philipp Franz v. Walther – Chefarzt der Chirurgischen Universitätsklinik Landshut von 1804 bis 1818
Prof. Dr. Philipp Franz v. Walther – Chefarzt der Chirurgischen Universitätsklinik Landshut von 1804 bis 1818

Die Geschichte des eigentlichen Krankenhauswesens der Stadt beginnt mit der Verlegung der kurfürstlichen Universität nach Landshut und dem Einzug der medizinischen Fakultät im Jahr 1800. Um diese Zeit begann sich auch das Krankenhaus in der uns heute geläufigen Form als Behandlungsstätte durchzusetzen.

Das klinische Universitätsinstitut brachte man anfangs im alten Stadtbruderkrankenhaus im Heiliggeistspital unter, ohne zunächst einzelne Institute differenzieren zu können.

Ab 1802/03 befanden sich die Fachrichtungen Chirurgie und Innere Medizin im Liebsbundkrankenhaus, später im Haus des ehem. Landschaftspräsidenten in der Oberen Länd. Die sog. Gebäranstalt hatte ab 1806 in der Jägerstraße (Dominikanernebenhaus), später in der Spiegelgasse 209 ihre Räumlichkeiten.

Durch Dekret König Ludwigs I. wurde im Jahre 1826 die Universität nach München verlegt. Das Städt. Allgem. Krankenhaus in der Länd verlor damit seinen Status als Universitätsklinik; die vom Staate besoldeten Professoren verließen Landshut und mussten durch private Ärzte ersetzt werden.

20. Jahrhundert

20. Jahrhundert

Wenngleich schon lange vorher die beengten räumlichen Verhältnisse und Hygieneprobleme im Krankenhaus an der Länd beklagt wurden, erfolgte erst um 1894 eine erste Erweiterung, der in den Jahren 1922 und 1928 die Einbeziehung des angrenzenden Waisenhauses sowie weitere Umbauten folgten. Die letzten größeren Umbaumaßnahmen in den 50er Jahren des 20. Jh. brachten insbesondere die Erhöhung der Bettenzahl auf 200 und die Erweiterung der Strahlenabteilung mit sich. Damit waren aber die Ausbreitungsmöglichkeiten im Krankenhaus an der Länd erschöpft.

Angesichts der laufend gestiegenen Einwohnerzahlen der Stadt und dem großen Einzugsgebiet genügten die Kapazitäten des Krankenhauses in der Länd dem Bedarf schon früher nicht mehr. So wurde zur Vergrößerung der Bettenkapazitäten zunächst am 07.11.1940 das Adelmannschloss feierlich als Hilfskrankenhaus eröffnet.

1948 kamen das Ottonianum mit 80 Betten und das Elisabethen-Krankenhaus mit 125 Betten hinzu.

Diese vier städtischen Krankenhäuser (Krankenhaus in der Länd, Adelmannschloß, Ottonianum, Elisabethen-Krankenhaus) bestanden bis zur Eröffnung des neuen Städtischen Krankenhauses an der Robert-Koch-Straße im Jahre 1965.

Zu erwähnen ist noch die Eröffnung der ersten öffentlichen Krankenpflegeschule des Städt. Krankenhauses im Gebäude des Landschaftshauses „Alte Post“ im April 1953.

Rochuskapelle 1982
Liebsbundkrankenhaus
Barmherzige Schwestern