Artikel: Klinikum Landshut

Informationen rund um das Corona-Virus

Die Fallzahlen am Klinikum fallen langsam

Update am 21.4.2020

„Die Zahlen der krankenhauspflichtigen Covid-19-Patienten fallen – aber sie fallen nur langsam“: So beschreibt Geschäftsführer Dr. Philipp Ostwald die derzeitige Lage am Klinikum Landshut. Diese Tendenz lasse sich seit Ostern erahnen. „Im Moment entspannt sich die Lage etwas und es kommen nicht mehr so viele neue Patienten zu uns. Aber die Gefahr ist noch nicht gebannt. Für uns bedeutet das, dass wir weiterhin voller Tatkraft für die Covid-19-Patienten da sind.“

Derzeit sind rund 45 Patienten im Klinikum mit Covid-19 in Behandlung, sieben davon werden intensivmedizinisch betreut. Insgesamt wurden bisher über 100 Patienten mit Coronavirus-Infektion am Klinikum behandelt, davon ca. 30 intensivmedizinisch. Von den Intensivpatienten sind über 20 beatmet worden bzw. werden noch beatmet. Rund zehn beatmete Intensiv-Patienten mit Covid-19 konnten mittlerweile wieder zurück auf eine normale Corona-Station gebracht werden, da sich ihr Krankheitszustand deutlich verbessert hat.

Privatdozentin Dr. Julia Langgartner steht bei der Betreuung von Corona-Patienten an vorderster Front. Sie ist Intensivmedizinerin und Infektiologin am Klinikum Landshut. Mit ihrem Team kümmert sie sich um diejenigen, die von der neuen Lungenerkrankung besonders hart getroffen wurden und auf der Intensivstation behandelt werden müssen. Eine große Herausforderung ist die Beatmung der Patienten mit Covid-19. „Diese Patienten zeigen ein schweres Lungenversagen, das eine sehr aufwendige Beatmung erfordert. Die Lunge muss gleichzeitig maximal geschont werden. Die Pflegekräfte müssen die Patienten auf den Bauch lagern, damit auch die hinteren Teile der Lunge gut belüftet werden können. „Bis zu 24 Stunden liegen die Patienten auf dem Bauch. Unser oberstes Ziel ist, das Zusammenfallen der Lungen zu verhindern“, so die versierte Oberärztin. Außerdem müssen weitere drohende oder bereits vorhandene Organversagen im Blick behalten und die Therapie deswegen ständig kontrolliert werden“, so die Intensivmedizinerin.

Für schwere Verläufe steht am Klinikum weiterhin eine eigene Intensivstation für Coronavirus-Fälle bereit. Außerdem gibt es zwei Stationen für positive Fälle, eine Stationen für Verdachtsfälle und eine IMC-Station. Von den rund 100 Betten für Corona-Patienten sind derzeit über 50 Betten frei. Eine Verdachtsstation ist mittlerweile wieder zum Normalbetrieb – also der Versorgung von Non-Covid-Patienten – zurückgekehrt. Falls doch wieder mehr Patienten ins Klinikum kommen, können jederzeit weitere Betten aktiviert werden. „Wir sind dafür bereit“, so Ostwald, „auch falls es zu einer zweiten Infektionswelle kommen sollte“.

Dringende Arztbesuche nicht aufschieben

Gleichzeitig sei es wichtig, dass die „normalen“ Patienten vor lauter Covid-19-Patienten nicht zu kurz kommen. „Momentan kommen wieder mehr Patienten zu uns, bei denen wir das Gefühl haben, dass sie eigentlich zu lange gewartet haben, bevor sie zum Arzt gegangen sind. Starke Herzbeschwerden, Unfälle mit Brüchen oder plötzlicher starker Schwindel sind Zustände, die unverzüglich behandelt werden müssen“, so Dr. Ostwald. Diese Patienten sollen weiterhin einen Arzt oder sogar den Notarzt rufen. Mit weniger lebensbedrohlichen, aber trotzdem nicht aufschiebbaren Anliegen sollen sich die Menschen weiter an einen Arzt wenden. „Auch in der derzeitigen Pandemie-Situation sollen die Bürger dringende Arztbesuche oder gar den Gang zur Notaufnahme nicht aufschieben.“

Gute Erfahrung im Klinikum bei Maskenpflicht

Ab nächster Woche herrscht in Bayern eine Pflicht zum Tragen von einer Mund-Nasen-Bedeckung in Geschäften und im öffentlichen Nahverkehr. Im Klinikum gilt bereits seit über vier Wochen für alle Mitarbeiter und Patienten Mund-Nasen-Schutz-Pflicht. „Wir haben damit gute Erfahrung gemacht und unterstützen das Vorgehen des Freistaates“, so Dr. Ostwald. Durch eine Maske können infektiöse Tröpfchen, die man z.B. beim Sprechen, Husten oder Niesen ausstößt, abgefangen werden. So kann die weitere Ausbreitung verlangsamt werden und Risikogruppen werden geschützt. Die Voraussetzung dafür ist jedoch, dass die Maske richtig verwendet wird. „Die Mund-Nasen-Bedeckung muss eng anliegen, Mund und Nase bedecken und regelmäßig gewechselt werden“, erklärt Dr. Peter Kaiser, Leiter der Klinikhygiene am Klinikum Landshut. Man sollte die Maske außerdem nicht ständig zurechtzupfen, um nicht möglicherweise die Mund-Nasen-Bedeckung oder die Hände zu kontaminieren. Masken mit Ausatemventil schützen nur den Träger, transportieren aber die eigenen Viren ungeschützt in die Umgebung. Diese sollten keinesfalls verwendet werden. „Wer eine Maske trägt, darf außerdem alles andere nicht außer Acht lassen. Eine gute Händehygiene, Einhalten von Husten- und Niesregeln und mindestens 1,5 Meter Abstandhalten halten – das gehört nach wie vor zu den goldenen Regeln“, betont Dr. Kaiser.

 

Update am 8.4.

„Die Lage am Klinikum Landshut ist weiter stabil“, berichtet Geschäftsführer Dr. Philipp Ostwald. Seit gut einer Woche steigt die Patientenzahl mit Coronavirus am Klinikum kaum mehr an. „Wir können vorsichtig optimistisch sein, dass es uns gelungen ist die Pandemie-Welle ausreichend zu verlangsamen, um unser (regionales) Gesundheitssystem nicht zu überlasten. Allerdings ist es noch zu früh, um eine endgültige Entwarnung zu geben.“ Die Kapazitäten am Klinikum wurden seit Mitte letzter Woche auch nochmal erweitert: Eine weitere Verdachtsstation ist aufgebaut worden, außerdem steht nun eine Intermediate-Care-Station (IMC) mit 6 Überwachungsplätzen zur Verfügung. Hier werden Patienten behandelt, die nicht mehr künstlich beatmet werden müssen, aber die noch eine engmaschige Betreuung und Überwachung brauchen, bevor sie zurück auf die Normalstation können.

Insgesamt hat das Klinikum nun zwei Stationen für positive Fälle, zwei Stationen für Verdachtsfälle, eine eigene Intensivstation für Coronavirus-Fälle und eine IMC-Station eingerichtet. Von den über 100 Betten für Corona-Patienten sind derzeit noch über 40 Betten frei. Sieben beatmete Intensiv-Patienten mit Covid-19 konnten mittlerweile auch schon wieder zurück auf eine normale Corona-Station gebracht werden, da sich ihr Krankheitszustand deutlich verbessert hat. „Vielen Dank an alle Ärzte, Pflegekräfte und alle anderen Mitarbeiter, die solche Erfolgsgeschichten mitschreiben. Wenn man diesen Einsatz erlebt, erahnt man, weshalb die Sterberate in Deutschland niedriger ist, als in anderen Ländern“, so Dr. Ostwald.

Festgestellt habe man jedoch auch, „dass Patienten mit schweren Verläufen oft in den 60ern und 70ern sind“ – also Personen, die eher am Anfang der altersbedingten Risikogruppe sind. Das Robert-Koch-Institut stuft Menschen ab 50 bis 60 Jahren mit einem höheren Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf ein. „Im Namen des gesamten Personals bitte ich die Bevölkerung, die Coronavirus-Pandemie weiter ernst zu nehmen“, appelliert der Geschäftsführer des Klinikums. Das heißt, auch über die Oster-Feiertage den Mindestabstand zu anderen einhalten, nur für die dringendsten Angelegenheiten nach draußen zu gehen und eine gute Händehygiene einzuhalten. Gerade größere Zusammenkünfte über Ostern könnten die Zahl der Infizierten wieder ansteigen lassen.

Auch abseits von Coronavirus werden die Patienten am Klinikum weiter gut versorgt: Notfälle wie schwere Unfälle werden weiterhin operiert und auch andere dringliche Behandlungen, z.B. bei Herzinfarkten oder Schlaganfällen gehen weiter. Diese Patienten werden strikt von den Coronavirus-Patienten getrennt.

Geburt zu Coronazeiten

Die häufigste Frage an die Geburtshilfe derzeit ist, ob Väter mit in den Kreißsaal kommen und ob sie Mutter und Kind auf der Neugeborenenstation besuchen dürfen. Im Klinikum Landshut ist es noch möglich, dass der Papa bei der Geburt dabei ist. Im Wochenbett dürfen Väter eine Stunde pro Tag zu Besuch kommen. Voraussetzung ist aber immer, dass der Vater frei von Erkältungssymptomen ist (z.B. Fieber, Husten, Schnupfen) und 14 Tage vor Geburt nicht in Risikogebieten war und keinen Kontakt zu einem bestätigten Covid-19-Patienten hatte. Im Kreißsaal und auch auf der Neugeborenenstation gilt Mundnasenschutz-Pflicht für alle, also für Mama, Papa und das gesamte Personal. Das Ärzte- und Hebammen-Team des Klinikums ist dankbar für das große Verständnis der werdenden Eltern, die die Schutz- und Hygiene-Maßnahmen in Corona-Zeiten einwandfrei umzusetzen. Für den Fall, dass eine werdende Mutter, die positiv auf Coronavirus getestet ist, in den Wehen liegt, ist dafür bereits vorgesorgt: Ein eigener Kreißsaal mit einer Hebamme, die die werdende Mutter nahtlos und intensiv begleitet, ist dafür vorgesehen. Bei weiteren Fragen können sich werdende Mütter an den Kreißsaal, Tel. 0871/698-3239, wenden.

KVB-Bereitschaftspraxis vorrübergehend geschlossen

Ab sofort ist die Bereitschaftspraxis der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern (KVB) am Klinikum Landshut vorrübergehend geschlossen. Der Grund: Die Schwerpunktpraxis für Corona-infizierte Patienten im Rosenhof in Ergolding wird mit dem Personal und Gerätschaften der KVB-Bereitschaftspraxis am Klinikum betrieben. Nach der Coronavirus-Pandemie wird die Bereitschaftspraxis wieder zu den gewohnten Öffnungszeiten verfügbar sein, der Zeitpunkt wird noch bekannt gegeben.

Die Öffnungszeiten der Bereitschaftspraxen sind stets aktuell auf der Internetseite www.bereitschaftsdienst-bayern.de zu finden. Telefonisch ist der Ärztliche Bereitschaftsdienst kostenlos und vorwahlfrei unter der bundesweit einheitlichen Telefonnummer 116117 erreichbar. Bei lebensbedrohlichen Erkrankungen ist weiterhin stets der Notarzt – unter der kostenfreien Rufnummer 112 – zu verständigen.

 

Update am 31.3.

„Insgesamt ist die Lage am Klinikum Landshut stabil. Aber auch bei uns steigt die Zahl der stationären Patienten“, berichtet Geschäftsführer Dr. Philipp Ostwald. Derzeit werden am Klinikum drei Stationen als Corona-Station geführt: zwei für bestätigte positive Fälle und eine für Verdachtsfälle. Zusätzlich gibt es eine komplette Intensivstation für Coronavirus-Fälle. „Wir haben noch freie Kapazitäten und können diese jederzeit erweitern.“ So können weitere Stationen für die Behandlung von Covid-19-Patienten sofort eröffnet werden. Auch weitere Intensivbetten werden wie geplant Anfang April aktiviert – damit wäre die dritte von bisher vier Stufen für den Ausbau der Intensiv-Kapazitäten erreicht. Weitere Stufen werden bei Bedarf aktiviert.

„Wir gehen diese Herausforderung sehr koordiniert und mit aller Kraft an“, so Dr. Ostwald. „Am Klinikum Landshut wird tagtäglich Großartiges geleistet. Ich bin all unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unglaublich dankbar für ihren enormen Einsatz, ihren Mut und ihre Flexibilität.“ Auch aus der Bevölkerung gebe es viel Zuspruch.

„Momentan widmen wir uns verstärkt der Umorganisation unseres Personals, der Einweisung von Mitarbeitern auf den Coronastationen und dem Nachschub von Material“, erklärt der Geschäftsführer. Intensiv ist nach wie vor die Abstimmung mit den Führungsgruppen Katastrophenschutz (FüGK) von Stadt und Landkreis sowie dem Rettungsdienst-Zweckverband inkl. der zugehörigen Krankenhäuser. Am Klinikum selbst trifft sich bereits seit Ende Januar, noch bevor der erste Fall in Deutschland bekannt wurde, eine Taskforce. „Wir haben die Situation früh ernst genommen und Strukturen gebildet. So konnten wir uns vorausschauend und geordnet neu aufstellen“, so Dr. Ostwald. So hat die Apotheke des Klinikums bereits vor Wochen selbst Händedesinfektionsmittel hergestellt. Im klinikeigenen Reinraumlabor haben die Mitarbeiter das Mittel nach der Standardrezeptur der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erzeugt. Diese eigene Mischung kommt nun parallel zum vorhandenen eingekauften Desinfektionsmittel im Klinikum zum Einsatz.

Vor etwa einer Woche hatte das Klinikum einen Freiwilligen-Aufruf gestartet. Viele Helfer haben sich seitdem gemeldet. „Wir sind überwältigt von dieser Hilfsbereitschaft“, so Dr. Ostwald. Einige medizinische und pflegerische Freiwillige werden in den nächsten Tagen am Klinikum Landshut begrüßt. Bei den nicht-medizinischen Helfern werden die Einsatzmöglichkeiten derzeit noch geprüft.

Außerdem appelliert Dr. Ostwald an die Bevölkerung, das Coronavirus mit all seinen Einschränkungen weiter ernst zu nehmen. „Covid-19 ist keine harmlose Erkältung. Es kann sehr schnell zu einem lebensbedrohlichen Verlauf kommen. Das sehen die Ärzte und Pflegekräfte in Deutschland jeden Tag.“

 

Update am 23.3.

Das Klinikum Landshut bündelt seine Kräfte gegen das Coronavirus: Mehrere Stationen des Klinikums sind in der vergangenen Woche zu Covid-19-Stationen umfunktioniert worden. Damit setzt das Klinikum eine Anordnung der Bundesregierung und des örtlichen Gesundheitsamtes um. „Unsere oberste und wichtigste Aufgabe als Krankenhaus ist es nun, uns auf die Versorgung der vielen Coronavirus-Patienten vorzubereiten. Wir müssen derzeit damit rechnen, dass es auch bei uns so viele Intensiv-Patienten wie in Italien geben könnte“, so Geschäftsführer Dr. Philipp Ostwald.

Der Schwerpunkt liege darin, mehr Beatmungs- bzw. Intensiv-Betten für lebensbedrohliche Coronavirus-Verläufe zu schaffen. Am Klinikum steht dafür inzwischen eine eigene Intensivstation zur Verfügung. In drei weiteren Ausbaustufen könne dann die Kapazität an Intensivplätzen weiter gesteigert werden.

Für krankenhauspflichtige Covid-19-Patienten stehen weitere Normalstationen zur Verfügung. „Für uns gilt allerdings mittlerweile, dass jeder Patient potentiell corona-positiv sein kann, da die Ausbreitung schon so weit fortgeschritten ist.“

Um diese Covid-19-Stationen aufzubauen, werden seit vergangener Woche nicht dringliche und planbare Operationen und Behandlungen abgesagt. Grundsätzlich werden im Klinikum Landshut nur Patienten stationär behandelt, die eine so schwere Coronavirus-Erkrankung haben, dass ein Krankenhaus-Aufenthalt wirklich notwendig ist. „Für reine Isolationen haben wir keine Kapazitäten. Alle anderen Notfälle werden natürlich weiterhin behandelt“, so Dr. Ostwald.

Das Klinikum Landshut arbeitet bei der Krisenvorbereitung eng mit der Führungsgruppe Katastrophenschutz (FÜGK) der Stadt Landshut zusammen. Diese wurde nach Ausrufen des Katastrophenfalles gebildet. Gemeinsam wird an der Beschaffung von zusätzlichen Beatmungsgeräten, Einsatz von zusätzlichem Personal, Versorgung mit Material und Sicherung des Klinikumsgebäudes gearbeitet. Über diese Einrichtung des Katastrophenschutzes findet auch eine Abstimmung mit den Aktivitäten des Landkreises statt.

Besucherverbot:

Seit Samstag gilt außerdem gemäß der bayernweiten Ausgangsbeschränkung ein Besucherverbot. Ausnahmen sind nur nach Rücksprache für werdende Väter und im Sterbeprozess möglich. Um dies zu kontrollieren, sind die Eingänge des Klinikums jederzeit mit Sicherheitskräften besetzt. Einzelne persönliche Gegenstände (keine Blumen und Lebensmittel) können am Haupteingang abgegeben werden.

Für Geburten gilt aktuell am Klinikum Landshut: Werdende Mütter sollen sich nicht mehr persönlich, sondern telefonisch zur Geburt anmelden unter Tel. 0871/698-12493. Werdende Väter dürfen bei der Geburt im Kreißsaal oder während des Kaiserschnitts dabei sein. Sie müssen jedoch einen Mundschutz tragen und frei von Erkältungssymptomen (z.B. Fieber, Husten, Schnupfen) sein. Außerdem dürfen sie 14 Tage vor Geburt nicht in Risikogebieten gewesen sein und keinen Kontakt zu einem bestätigten Covid-19-Patienten gehabt haben. Im Wochenbett dürfen Väter eine Stunde pro Tag zu Besuch kommen. Hier gelten die gleichen Voraussetzungen (keine Erkältungssymptome, kein Kontakt zu positiven Fällen, kein Aufenthalt in Risikogebieten). Bei weiteren Fragen können sich werdende Mütter an den Kreißsaal, Tel. 0871/698-3239, wenden.

Aufruf an freiwillige Helfer:

Limitierender Faktor für die Versorgung von Covid-19-Patienten wird auf Dauer sicherlich die Verfügbarkeit von medizinischem Personal sein. Das Klinikum sucht deshalb Helfer: Ärzte, Medizinstudenten im Praktischen Jahr, Pflegekräfte, Rettungssanitäter oder sonstiges medizinisches Personal. Auch weitere Helfer ohne medizinische Vorkenntnisse für Hilfstätigkeiten bzw. unterstützende Tätigkeiten in der Wirtschaft und Versorgung können sich gerne melden. Falls Sie bereit sind, uns mind. 20 Stunden pro Wochen zu unterstützen, melden Sie sich bitte unter Tel. 0871/698-3017 oder per Mail an personal@klinikum-landshut.de. Bitte angeben: Name, Kontaktmöglichkeit, medizinisches oder pflegerisches Vorwissen und Verfügbarkeit.

 

Update am 17.3.

Coronavirus: Weitere Einschränkungen im Klinikum
Besucherverkehr begrenzt – planbare Behandlungen verschoben

Am Tag bekommt ein Patient maximal einen Besucher für eine Stunde: Diese neue Einschränkung zum Besucherverkehr gilt ab sofort im Klinikum Landshut. Das bedeutet, dass jeder Patient nur noch einen Besucher pro Tag für je eine Stunde empfangen kann. Keinen Zutritt haben Besucher, die erkältet sind oder Kontakt zu einer Person mit Coronavirus hatten oder in einem Risikogebiet waren, diese Zutrittsbeschränkung gilt nach Verlassen des Risikogebiets für 14 Tage. Das Klinikum setzt damit eine Allgemeinverfügung des bayerischen Gesundheitsministeriums um, die die Besuchsrechte für Krankenhäuser einschränkt.

Zudem gilt weiterhin: Nur nahe Angehörige wie Ehepartner dürfen zu Besuch kommen. Voraussetzung dafür ist, dass sie frei von Husten, Schnupfen, Fieber, Durchfall, etc. sind. Ausnahmen bei der eingeschränkten Besucherregelung sind nach Absprache bei Notfällen und im Sterbeprozess möglich. Für alle Patienten und Besucher besteht außerdem ab sofort – genauso wie beim Personal – Mundnasenschutz-Maskenpflicht. Besucher erhalten die Maske an der Information am Haupteingang oder in der Zentralen Notaufnahme.

Werdende Väter dürfen bei der Geburt weiterhin dabei sein, wenn sie eine Maske tragen und währenddessen im Kreißsaal verbleiben. Bei den Terminen zur Geburtsplanung soll nur noch die werdende Mutter vorstellig werden.

„Wir bedankten uns bei Besuchern und Angehörigen, dass sie ihre Besuche bereits deutlich reduziert haben. Das ist ein wertvoller Beitrag, um die Ausweitung des Coronavirus zu verhindern“, so Geschäftsführer Dr. Philipp Ostwald. „Unsere oberste und wichtigste Aufgabe momentan ist es, die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. Gleichzeitig wappnen für uns bestmöglich für neue Fälle im Klinikum Landshut.“ Deshalb werden alle nicht dringlichen und planbaren Operationen und Behandlungen verschoben, um Kapazitäten für Patienten mit schweren Covid-19-Verläufen zu schaffen. Die Notfall-Versorgung und medizinisch dringend gebotene Behandlungen (z.B. Herzinfarkt, Schlaganfall, schwere Unfälle) werden selbstverständlich weiter durchgeführt. Patienten, deren Operationen oder Behandlungen verschoben werden, erhalten diese Information von den behandelnden Fachabteilungen.

Sprechstunden, Veranstaltungen:

Die Spezialsprechstunden der Fachabteilungen finden nur für Notfälle und nach telefonischer Anmeldung weiter statt. Die Frauenklink setzt Geburtsvorbereitungs- und Rückbildungskurse bis auf weiteres aus. Das gilt für bereits stattfindende Kurse und auch für Kurse, bei denen die Anmeldung noch läuft. Auch die Selbsthilfegruppe Brustkrebs (nächster Termin 18. März) fällt aus. Die Therapieangebote von Lebensmut Landshut e.V. am Klinikum Landshut werden bis auf weiteres pausiert. Dazu zählen: Kunsttherapie, Qi-Gong, Meditation / Klangschale, Draußen aktiv, Kosmetische Beratung für Krebspatienten, Musiktherapie, Atemtherapie. Patienten-Vorträge und Fortbildungen setzen weiter aus.

Was bei Coronavirus-Verdacht zu tun ist

Patienten, die vermuten an einem Coronavirus erkrankt zu sein, sollen sich zuerst telefonisch bei ihrem Hausarzt oder der Kassenärztlichen Vereinigung (Tel. 116117) melden. Liegt ein begründeter Verdacht vor - d.h. Patient hat eine Atemwegsinfektion und Kontakt hatte zu einem bestätigten COVID-19 Patienten oder war in einem vom Robert-Koch-Institut ausgewiesenen Risikogebiet – sollte ein Test durchgeführt werden und muss der Verdacht an das Gesundheitsamt gemeldet werden. In der Regel verläuft die Erkrankung an COVID-19 mild und die Patienten können damit in der Regel zu Hause bleiben. Nur bei schweren Verläufen, wenn beispielsweise die Atemorgane versagen, ist eine Behandlung im Krankenhaus erforderlich. Patienten sollen nicht aus eigener Initiative die Notaufnahme aufsuchen.

Grundsätzlich gilt, auch ohne Testung: Personen mit Grippesymptomen sollen 14 Tage zuhause bleiben und die Grundregeln der Basishygiene einhalten. Das heißt Hände regelmäßig und gründlich waschen, Husten- und Nies-Etikette einhalten, aufs Händeschütteln verzichten und möglichst wenig ins Gesicht fassen.

 

Update am 4.3.2020:

Besucherverkehr eingeschränkt:

Als Vorsichtsmaßnahme gegen das Coronavirus wird der Besucherverkehr im Klinikum ab sofort eingeschränkt. Das hat die Klinikums-Coronavirus-Taskforce, bestehend aus Geschäftsführung, Ärztlicher und Pflege-Direktion, Hygiene-Abteilung, Zentraler Notaufnahme und weiteren Disziplinen, am Mittwoch beschlossen. Nur Besuche von direkten Familienmitgliedern (zum Beispiel Ehepartner) sind weiterhin gestattet. Besucher mit Erkältungssymptomen wie Husten, Schnupfen, Durchfall, Fieber etc. sollen dem Krankenhaus ausdrücklich fern bleiben.

„Wir haben uns für diese Vorsichtsmaßnahme entschieden, um unsere Patienten und Mitarbeiter zu schützen“, so Geschäftsführer Dr. Philipp Ostwald. „Uns ist bewusst, dass die Situation sehr belastend sein kann. Da viele unserer Patienten jedoch eine eingeschränkte Immunabwehr haben, haben wir uns dafür entschieden, den Besucherverkehr einzuschränken.“ Außerdem müsse im Klinikum alles dafür getan werden, um alle Patienten weiterhin vollumfänglich behandeln zu können – vom möglichen Coronavirus-Patienten bis hin zum Herzinfarkt-Patienten oder werdenden Mutter. Die größte Gefahr gehe momentan von bisher unerkannten Erkrankten aus, die das Coronavirus unwissentlich weiter verbreiten. Das Robert-Koch-Institut rechnet mit weiteren Fällen, Infektionsketten und Ausbrüchen in Deutschland. Diese Einschätzung teilt auch die Taskforce am Klinikum.

Veranstaltungen abgesagt:

Als weitere Vorsichtsmaßnahme werden Veranstaltungen mit extern Beteiligten, die nicht zwingend notwendig sind, bis auf weiteres abgesagt. Darunter fallen alle Vorträge und Fortbildungen im Klinikum Landshut. Dazu gehören u.a. die vhs-Patientenforen („Ich bekomme ein neues Gelenk“ und der Elterninformationsabend, beide am Donnerstag, 5. März, und der Prostatakrebs-Vortrag am Dienstag, 10. März) sowie pflegerische und ärztliche Fortbildungen (z.B. Migräne-Update am 18. März). Auch der Krümeltreff (nächster Termin am 17. März) entfällt bis auf weiteres. Geburtsvorbereitungs- und Rückbildungskurse (also Veranstaltungen, die die Geburtsvor- und Nachsorge betreffen), finden unter Vorbehalt und in Abstimmung mit der Kursleitung weiter statt. Sprechstunden finden weiterhin statt. Das Urologische Symposium findet statt.

 

Meldung vom 28.2.2020

Regelmäßig trifft sich am Klinikum eine „Corona-Taskforce“, um die aktuelle Vorgehensweise abzustimmen und je nach neuen Erkenntnissen (z.B. Risikogebiete) zu aktualisieren. Bislang liegt kein positiver Coronavirus-Fall im Klinikum Landshut vor.

Patienten, die vermuten an einem Coronavirus erkrankt zu sein, sollen sich am besten telefonisch bei ihrem Hausarzt melden, damit dieser zunächst die klinisch-epidemiologischen Kriterien prüft. Liegt ein begründeter Verdacht vor - d.h. Patient hat Hinweise auf eine Atemwegsinfektion und Kontakt zu bekannten COVID-19 Patienten bzw. war in einem Risikogebiet, meldet dieser den Verdacht an das Gesundheitsamt. Das Gesundheitsamt prüft die Falldefinitionen und entscheidet, ob ein Test aus SARS-CoV-2 durchgeführt wird. Ist eine stationäre Aufnahme notwendig, ist die Zentralen Notaufnahme telefonisch darüber zu informieren, damit Vorbereitungen getroffen werden können.

Zum Schutz von Patienten und Mitarbeitern erhalten alle Personen, die in der Notaufnahme ankommen und eine Atemwegserkrankung aufweisen, einen Mundnasenschutz ausgehändigt. Momentan trägt auch das Personal in der Notaufnahme Mundnasenschutz – als reine Vorsichtsmaßnahme vor allem auch wegen der momentanen Grippewelle.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) rechnet mit einem Import von weiteren Fällen nach Deutschland. Auch weitere Übertragungen, Infektionsketten, lokale Infektionsgeschehen und Ausbrüche seien in Deutschland möglich. Die Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung schätzt das RKI in Deutschland aktuell als gering bis mäßig ein. Eine weltweite Ausbreitung des Erregers ist wahrscheinlich. Diese Einschätzung kann sich kurzfristig durch neue Erkenntnisse ändern.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat die Risikogebiete folgendermaßen definiert:

  • In China: Provinz Hubei (inkl. Stadt Wuhan) und die Städte Wenzhou, Hangzhou, Ningbo, Taizhou in der Provinz Zhejiang
  • Im Iran: Provinz Ghom
  • In Italien: Provinz Lodi in der Region Lombardei und die Stadt Vo in der Provinz Padua in der Region Venetien.
  • In Südkorea: Provinz Gyeongsangbuk-do (Nord-Gyeongsang)

Das RKI hat außerdem die Orientierungshilfe für Ärzte zu Verdachtsabklärung und Maßnahmen aktualisiert. Sie finden das PDF hier: COVID-19: Verdachtsabklärung und Maßnahmen – Orientierungshilfe für Ärztinnen und Ärzte

 

Informationen wie sich schützen können und was im Verdachtsfall zu tun ist finden Sie hier:

Die Internet-Seite des Robert-Koch-Instituts:
https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/nCoV.html

Die Internet-Seite des bayerischen Gesundheitsministeriums:
www.Coronavirus.bayern.de

Die Internet-Seite des Bundesgesundheitsministeriums:
www.bundesgesundheitsministerium.de/coronavirus.html

Das bayerische Gesundheitsministerium hat eine eigene Hotline eingerichtet:
Coronavirus-Hotline: 09131 6808-5101
Experten beantworten Fragen rund um Ansteckungsgefahr, Vorbeugung, Reisen etc.

Privatdozentin Dr. Julia Langgartner, Intensivmedizinerin und Infektiologin am Klinikum Landshut, mit Gesundheits- und Krankenpflegerin Hedwig Schneider auf der Coronavirus-Intensivstation.