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Artikel: Klinikum Landshut

Schlüssel-Untersuchung bei Prostatakrebs

Neues Diagnose- und Therapieverfahren am Klinikum Landshut

Das Prostatakarzinom ist die häufigste Krebserkrankung des Mannes. Jährlich erkranken ca. 60.000 Männer in Deutschland. Am Klinikum Landshut gibt es seit kurzem ein neues Untersuchungsverfahren: Es heißt GA-68-PSMA-PET/CT und ist die derzeit genaueste bildgebende Methode für Diagnostik und gezielte Therapie des Prostatakrebses.

Seit wenigen Wochen bietet das Klinikum Landshut das innovative Verfahren in der Klinik für Nuklearmedizin an. Dank der hochpräzisen Bildgebung können Prostatakarzinome und auch Metastasen sicher festgestellt werden. "Die Untersuchung liefert phänomenale Bilder", so Dr. Bernhard Scher, Chefarzt der Nuklearmedizin. Gesundes Gewebe und Tumorgewebe lassen sich beim PSMA-PET/CT klar voneinander unterscheiden. "Wir können eine sichere und gezielte Diagnose stellen und die Patienten schneller mit der Therapie beginnen." Dr. Markus Straub, Chefarzt der Urologie, ergänzt: "Häufig kann die Behandlung dank der Untersuchung weiter optimiert werden." Mit der modernen, hochempfindlichen Methode kann außerdem abgeklärt werden, ob der Tumor nach abgeschlossener Therapie wieder aufgetreten ist. Das PSMA PET/CT unterstützt dann bei der Entscheidungsfindung über den weiteren Behandlungsweg - von einer (erneuten) Operation bis hin zur Strahlen- und Hormonbehandlung. In der Regel ist dieses spezielle Verfahren an universitären Spitzenzentren angesiedelt.

Was verbirgt sich hinter der Untersuchung genau? PSMA steht für "Prostataspezifisches Membran­Antigen". Prostatakarzinomzellen tragen PSMA als Erkennungsmerkmal auf der Oberfläche. Das heißt PSMA eignet sich sehr gut, um zwischen gesunden Strukturen und Tumorgewebe zu unterscheiden. Radiochemisch werden Substanzen hergestellt, die an PSMA binden und dieses wie ein Schlüssel das Schloss erkennen. Diese Substanzen können mit der schwach radioaktiven SubstanzGallium-68 markiert werden. Aufgrund der spezifischen Bindung ("Schlüssel-Schloss-Prinzip") reichert sich Radioaktivität im Tumorgewebe an und kann mit dem PET/CT-Gerät sichtbar gemacht werden. Genau lokalisiert werden können Prostatakarzinome selbst, aber auch Metastasen und befallene Lymphknoten. Die Untersuchung dauert insgesamt ca. eineinhalb Stunden und hat keine Nebenwirkungen. Die geringe Strahlenbelastung ist schnell wieder abgebaut. Die radioaktiv markierte Substanz wird direkt vor der Untersuchung im Heißlabor der Nuklearmedizin hergestellt, für jeden Patienten individuell und qualitätsgeprüft.

Bei Privatpatienten wird die Untersuchung in der Regel übernommen, eine Terminvereinbarung kann unter der Telefonnummer 0871/698-3340 erfolgen. Gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Kosten der Untersuchung im Rahmen der Ambulanten Spezialfachärztlichen Versorgung (ASV) derzeit unter bestimmten Voraussetzungen. Die Anmeldung gesetzlich versicherter Patienten zur Durchführung einer ambulanten GA68-PSMA-PET/CT erfolgt über die Nuklearmedizin im Ambulanz Zentrum Landshut unter 0871/698-3030.

Dr. Bernhard Scher (l.), Chefarzt der Nuklearmedizin, und Dr. Markus Straub, Chefarzt der Urologie.