Leistungen und Angebote: Klinikum Landshut

Patienteninformation

Prätherapeutische Konferenz

Prätherapeutische Konferenz

Die neu diagnostizierten Prostatakarzinomfälle werden von den Kooperationspartnern im Prostatakarzinomzentrum vorgestellt und hier in der prätherapeutischen Konferenz wöchentlich interdisziplinär besprochen. Die im Konsens ausgesprochenen Therapieempfehlungen werden dem vorstellenden Urologen umgehend schriftlich mitgeteilt, damit dieser mit seinem Patienten die für diesen individuell beste Option festlegt.

Endoskopische radikale Prostatektomie

Endoskopische radikale Prostatektomie

Bei einem lokal begrenzten Tumor der Prostata wird eine vollständige Entfernung der Prostata mit den Samenblasen durchgeführt. Im Rahmen dieser Operation werden auch Lymphknoten aus dem Becken entnommen. Die Blase wird anschließend an die Harnröhre genäht. Dieser Eingriff wird in unserem Haus komplett minimal – invasiv durchgeführt. Wir haben diese Methode seit November 2001, als eine der ersten Kliniken in Deutschland etabliert. Seither wurden mehr als 800 Patienten operiert.

Im Jahr 2015 wurde ein 3 D Operationssystem installiert. Hiermit wurde die Detailgenauigkeit weiter verbessert.


Die Vorteile dieser Operationsmethode sind:

  • Geringere Wundschmerzen
  • Vermindertes Blutungsrisiko
  • Verkürzter Aufenthalt im Krankenhaus
  • Sehr gute Kontinenzrate
  • Nerverhaltende Operation (Potenz!!) sehr gut durchführbar


Meist kann der Patient ca. 10 Tage nach der Operation das Krankenhaus wieder verlassen.

Bestrahlungsbehandlung

Bestrahlungsbehandlung

Bei Patienten, die meist aus anderen Ursache nicht für eine Operation geeignet sind oder auf eigenen Wunsch kann eine kurative (= heilende) Bestrahlung der Prostata erfolgen.

Weiterhin wird diese Behandlung eingesetzt bei einem lokalen Wiederauftreten des Tumor oder Schmerzbehandlung bei Metastasen. Hierzu stehen modernste Bestrahlungsgeräte zur Verfügung, die eine exakte Ausmessung der zu behandelnden Körperregion ermöglichen und somit Schäden an benachbarten Strukturen minimieren.

Zur weiteren Senkung der Bestrahlungsfolgen an Blase oder Darm wird seit 2015 die operative Einbringung eines "Polsters" zwischen Prostata und Darm angeboten. Das Polster wird im Verlauf von ca. 6 Monaten vollständig vom Körper abgebaut.

Hoch intensivierter fokuisierter Ultraschall (HIFU)

Hoch intensivierter fokuisierter Ultraschall (HIFU)

Foto: EDAP
Foto: EDAP

Nach einer kurativ intendierten Radiatio der Prostata kommt es in einigen Fällen zu einem erneuten Anstieg des PSA - Wertes. Nach Ausschluss einer Metastasierung muss von einem lokalen Rezidiv innerhalb der Prostata ausgegangen werden.

Die Salvage - Prostatektomie nach Bestrahlung ist, im Vergleich mit der primären Operation mit einem deutlich erhöhten Morbiditätsrisiko verbunden. Die Raten für Verletzung von Nachbarorganen oder Inkontinenz sind um ein Vielfaches höher.

Wir möchten daher diesen Patienten den Hoch intensivierten fokuisierten Ultraschall (HIFU) als eine weitere, klinisch etablierte Behandlungsoption anbieten.

Die Therapie erfolgt mit dem HIFU - Gerät Ablatherm der Firma EDAP.

Durch Fokusierung der Ultraschallwellen entstehen im Brennpunkt Temperaturen bis 90°C. Durch die Bündelung ist eine punktgenaue Behandlung mit Schonung des umgebenden Gewebes möglich. Gleichzeitig erfolgt eine Kühlung des Enddarms, um thermische Schäden zu vermeiden.

Die Operation wird in Spinalanästhesie oder Vollnarkose durchgeführt.

Medikamentöse Tumortherapie

Medikamentöse Tumortherapie

Die Entstehung und das Wachstum des Prostatakarzinoms sind vom Vorhandensein des männlichen Geschlechtshormons Testosteron abhängig. Bei einem inoperablen oder metastasierten Stadium wird zunächst eine sog. Hormonentzugsbehandlung durchgeführt.

Kommt es nach einigen Jahren zu einem Wirkungsverlust der Hormonbehandlung stehen zur weiteren Behandlung stehen verschiedene Medikamente zu Verfügung, wie z.B.

  • Zytiga (Abiraterone)
  • Xtandi (Enzalutamid)
  • Taxotere (Docetaxel)
  • Jevtana (Cabacitaxel)

Es werden genaue Untersuchungen durchgeführt, um das richtige Medikament für Ihre individuelle Erkrankungssituation zu bestimmen.

Weitere Medikamente befinden sich zur Zeit in der Entwicklung. Wir verfolgen den weiteren Weg sehr genau und werden neue Therapien in unsere Konzepte einbauen

Nuklearmedizin

Nuklearmedizin

Bei Knochenmetastasen steht seit Ende 2015 die sog. "innere Bestrahlung" mit Radium zur Verfügung. Das Medikament wird über eine Vene injiziert und wirkt nur am Knochen. Da die Reichweite der radioaktiven Strahlung extrem kurz ist (wenige Millimeter) ist eine Belastung von umgebendem Gewebe ausgeschlossen. Die Therapie wird ambulant von unserem Kooperationspartner der Nuklearmedizinischen Klinik durchgeführt.

Active Surveillance (= engmaschige Kontrolle)

Active Surveillance (= engmaschige Kontrolle)

In speziellen Fällen kann auch eine abwartende Haltung eingenommen werden. Ein genauer Plan für Kontrolluntersuchungen lässt eine mögliche Therapienotwendigkeit erkennen.

Weitere Therapieangebote

Weitere Therapieangebote

Zur Erlangung der Kontinenz stehen Ihnen die Ärzte der Urologischen Klinik, sowie das Team der Physiotherapie mit Rat und Tat zur Seite.

Nach der Operation

Nach der Operation

Als weiteres Angebot zur Wiederherstellung der vollen Leistungsfähigkeit besteht die Möglichkeit einer Anschlussheilbehandlung.

Wir sind Ihnen bei der Terminvereinbarung und Einleitung der Anschlussheilbehandlung (AHB) behilflich.

Nach Abschluss des Krankenhausaufenthaltes und ggf. einer Anschlussheilbehandlung sind regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen empfohlen. Diese wird Ihr betreuender niedergelassener  Urologe durchführen.

In regelmäßigen Abständen werden Sie von uns Fragebögen erhalten, in denen wir nach Ihrem Befinden fragen. Wir bitten Sie diese auszufüllen und an uns zurück zu senden.

Posttherapeutische Tumorkonferenz

Posttherapeutische Tumorkonferenz

Jeden 2. Montag im Monat findet die posttherapeutische Konferenz des PKZ statt. Hier werden zusammen mit den Behandlungs- und Kooperationspartnern die weiteren Behandlungs- und Nachsorgeoptionen besprochen. Dieses Angebot richtet sich insbesondere an die kooperierenden niedergelassenen Urologen.

Psychoonkologische Betreuung

Psychoonkologische Betreuung

Zur Verarbeitung der Diagnose Prostatakarzinom bieten wir eine Psychoonkologische Betreuung durch zwei spezialisierte Therapeutinnen an.