Prostatakarzinomzentrum

Kurzportrait

Mit ca. 60.000 Neuerkrankungen im Jahr ist Prostatakrebs die häufigste bösartige Erkrankung des Mannes. Dank verbesserter Diagnostik und Therapie werden die meisten rechtzeitig erkannten Erkrankungen geheilt, fortgeschrittene Krankheitsbilder können gestoppt oder gelindert werden, die Lebensqualität kann erhalten werden. Dies ist nur möglich durch eine intensive, vertrauensvolle interdisziplinäre Zusammenarbeit verschiedenster Fachdisziplinen, wobei sich jede einzelne an den aktuellen internationalen Leitlinien orientiert. Diese Zusammenarbeit wird durch die Vorgaben der Deutschen Krebsgesellschaft, vertreten durch Onkozert, im Einzelnen geregelt. Dieses Regelwerk dient Ihrer Sicherheit. Sie können darauf vertrauen, optimal in allen Facetten der Krankheit behandelt und begleitet zu werden.

Unser Leitbild ist: Kompetenz schafft Vertrauen.

Spezialisten

Chefarzt

Dr. med. Markus Straub

Dr. med. Markus Straub

Chefarzt der Urologischen Klinik, Leiter Prostatakarzinomzentrum

Facharzt für Urologie, Medikamentöse Tumortherapie, Andrologie
Volle (60 Mon.) Weiterbildungsbefugnis zum Facharzt für Urologie

Unser Team

Dr. med. Willibald Kratzer

Dr. med. Willibald Kratzer

Leitender Oberarzt und Chefarztstellvertreter

Facharzt für Urologie
Koordinator des Prostatakarzinomzentrums
Medikamentöse Tumortherapie 

Wasim Abdul Samad

Wasim Abdul Samad

Oberarzt
Dr. med. Alexander Nißl

Dr. med. Alexander Nißl

Oberarzt Urologische Klinik
Medikamentöse Tumortherapie, Urologische Röntgendiagnostik, Notfallmedizin, Volle Weiterbildungsbefugnis zur Medikamentösen Tumortherapie

Strahlentherapie

Dr. med MUDR. Ing. Michal Devečka

Dr. med MUDR. Ing. Michal Devečka

Chefarzt Klinik für Radioonkologie und Strahlentherapie
Mariusz Mross

Mariusz Mross

Oberarzt
Facharzt für Strahlentherapie

Pflege & Station


Diagnostik & Therapie

Die neu diagnostizierten Prostatakarzinomfälle werden von den Kooperationspartnern im Prostatakarzinomzentrum vorgestellt und hier in der prätherapeutischen Konferenz wöchentlich interdisziplinär besprochen. Die im Konsens ausgesprochenen Therapieempfehlungen werden dem vorstellenden Urologen umgehend schriftlich mitgeteilt, damit dieser mit seinem Patienten die für diesen individuell beste Option festlegt.

Bei einem lokal begrenzten Tumor der Prostata wird eine vollständige Entfernung der Prostata mit den Samenblasen durchgeführt. Im Rahmen dieser Operation werden auch Lymphknoten aus dem Becken entnommen. Die Blase wird anschließend an die Harnröhre genäht. Dieser Eingriff wird in unserem Haus komplett minimal – invasiv durchgeführt. Wir haben diese Methode seit November 2001, als eine der ersten Kliniken in Deutschland etabliert. Seither wurden mehr als 800 Patienten operiert.

Im Jahr 2015 wurde ein 3 D Operationssystem installiert. Hiermit wurde die Detailgenauigkeit weiter verbessert.


Die Vorteile dieser Operationsmethode sind:

  • Geringere Wundschmerzen
  • Vermindertes Blutungsrisiko
  • Verkürzter Aufenthalt im Krankenhaus
  • Sehr gute Kontinenzrate
  • Nerverhaltende Operation (Potenz!!) sehr gut durchführbar


Meist kann der Patient ca. 10 Tage nach der Operation das Krankenhaus wieder verlassen.

Bei Patienten, die meist aus anderen Ursache nicht für eine Operation geeignet sind oder auf eigenen Wunsch kann eine kurative (= heilende) Bestrahlung der Prostata erfolgen.

Weiterhin wird diese Behandlung eingesetzt bei einem lokalen Wiederauftreten des Tumor oder Schmerzbehandlung bei Metastasen. Hierzu stehen modernste Bestrahlungsgeräte zur Verfügung, die eine exakte Ausmessung der zu behandelnden Körperregion ermöglichen und somit Schäden an benachbarten Strukturen minimieren.

Zur weiteren Senkung der Bestrahlungsfolgen an Blase oder Darm wird seit 2015 die operative Einbringung eines "Polsters" zwischen Prostata und Darm angeboten. Das Polster wird im Verlauf von ca. 6 Monaten vollständig vom Körper abgebaut.

Nach einer kurativ intendierten Radiatio der Prostata kommt es in einigen Fällen zu einem erneuten Anstieg des PSA - Wertes. Nach Ausschluss einer Metastasierung muss von einem lokalen Rezidiv innerhalb der Prostata ausgegangen werden.

Die Salvage - Prostatektomie nach Bestrahlung ist, im Vergleich mit der primären Operation mit einem deutlich erhöhten Morbiditätsrisiko verbunden. Die Raten für Verletzung von Nachbarorganen oder Inkontinenz sind um ein Vielfaches höher.

Wir möchten daher diesen Patienten den Hoch intensivierten fokuisierten Ultraschall (HIFU) als eine weitere, klinisch etablierte Behandlungsoption anbieten.

Die Therapie erfolgt mit dem HIFU - Gerät Ablatherm der Firma EDAP.

Durch Fokusierung der Ultraschallwellen entstehen im Brennpunkt Temperaturen bis 90°C. Durch die Bündelung ist eine punktgenaue Behandlung mit Schonung des umgebenden Gewebes möglich. Gleichzeitig erfolgt eine Kühlung des Enddarms, um thermische Schäden zu vermeiden.

Die Operation wird in Spinalanästhesie oder Vollnarkose durchgeführt.

Die Entstehung und das Wachstum des Prostatakarzinoms sind vom Vorhandensein des männlichen Geschlechtshormons Testosteron abhängig. Bei einem inoperablen oder metastasierten Stadium wird zunächst eine sog. Hormonentzugsbehandlung durchgeführt.

Kommt es nach einigen Jahren zu einem Wirkungsverlust der Hormonbehandlung stehen zur weiteren Behandlung stehen verschiedene Medikamente zu Verfügung, wie z.B.

  • Zytiga (Abiraterone)
  • Xtandi (Enzalutamid)
  • Taxotere (Docetaxel)
  • Jevtana (Cabacitaxel)

Es werden genaue Untersuchungen durchgeführt, um das richtige Medikament für Ihre individuelle Erkrankungssituation zu bestimmen.

Weitere Medikamente befinden sich zur Zeit in der Entwicklung. Wir verfolgen den weiteren Weg sehr genau und werden neue Therapien in unsere Konzepte einbauen

Bei Knochenmetastasen steht seit Ende 2015 die sog. "innere Bestrahlung" mit Radium zur Verfügung. Das Medikament wird über eine Vene injiziert und wirkt nur am Knochen. Da die Reichweite der radioaktiven Strahlung extrem kurz ist (wenige Millimeter) ist eine Belastung von umgebendem Gewebe ausgeschlossen. Die Therapie wird ambulant von unserem Kooperationspartner der Nuklearmedizinischen Klinik durchgeführt.

In speziellen Fällen kann auch eine abwartende Haltung eingenommen werden. Ein genauer Plan für Kontrolluntersuchungen lässt eine mögliche Therapienotwendigkeit erkennen.

Zur Erlangung der Kontinenz stehen Ihnen die Ärzte der Urologischen Klinik, sowie das Team der Physiotherapie mit Rat und Tat zur Seite.

Als weiteres Angebot zur Wiederherstellung der vollen Leistungsfähigkeit besteht die Möglichkeit einer Anschlussheilbehandlung.

Wir sind Ihnen bei der Terminvereinbarung und Einleitung der Anschlussheilbehandlung (AHB) behilflich.

Nach Abschluss des Krankenhausaufenthaltes und ggf. einer Anschlussheilbehandlung sind regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen empfohlen. Diese wird Ihr betreuender niedergelassener  Urologe durchführen.

In regelmäßigen Abständen werden Sie von uns Fragebögen erhalten, in denen wir nach Ihrem Befinden fragen. Wir bitten Sie diese auszufüllen und an uns zurück zu senden.

Die interdisziplinäre Tumorkonferenz der Urologischen Klinik findet jeden Donnerstag, 15.45 Uhr statt. Hier werden zusammen mit den Behandlungs- und Kooperationspartnern die weiteren Behandlungs- und Nachsorgeoptionen besprochen. Auch die kooperierenden niedergelassenen Kollegen können hier Patienten vorstellen. Das Ergebnis der Konferenz wird den weiterbehandelnden Ärzte schnellstmöglich zugesandt.

Zur Verarbeitung der Diagnose Prostatakarzinom bieten wir eine Psychoonkologische Betreuung durch zwei spezialisierte Therapeutinnen an.
Außerdem stehen Ihnen zur Betreuung und Pflege speziell geschulte Fachpflegekräfte für Onkologie zur Verfügung.

Kooperationspartner

Hauptbehandlungspartner

Urologische Klinik
CA Dr. med. Markus Straub

Klinik für Radioonkologie und Strahlentherapie
CA Dr. med MUDR. Ing. Michal Devečka

Medizinische Klinik III
CA PD Dr. med. Christian Bogner

Klinik für diagnostische und interventionelle Radiologie
CA PD Dr. med. Hans-Peter Dinkel

Pathologisches Institut
Dres. Meißner, Schiller, Brettmann, Babaryka

Klinik für Nuklearmedizin
CA Dr. med. Bernhard Scher

Behandlungspartner

Interdisziplinäre Palliativstation am Krankenhaus Landshut-Achdorf
Medizinische Klinik
CA Prof. Dr. med. B. Neu

Zentrallabor am Klinikum Landshut
Dr. med. Christian Fuchs, Leiterin Elfriede Wolf

Psychoonkologie am Klinikum Landshut

Sozialdienst am Klinikum Landshut

Physikalische Therapie am Klinikum Landshut
Lucia Jochum

Schmerztherapie am Klinikum Landshut
Dr. med. univ. Edda Gehrlein-Zierer

Onkologische Fachpflege

Hospizverein Landshut
Werner Ehlen

Selbsthilfegruppe für Männer nach urologischen Krebserkrankungen
Mitglied der Hand in Hand Landshut e.V.
Christian Geltl

Johannesbad Reha-Kliniken, Bad Füssing
Chefarzt Dr. med. Michael Zellner

Klinik Prof. Dr. Schedel, Thyrnau/Kellberg
Chefärztin Dr. med. Sabine Rosenlechner

3 T MRT
Dr. med. Neumaier MVZ GmbH
Bahnhofstraße 24
93047 Regensburg

Studiensekretariat Klinikum Landshut
Study Nurse Monika Ahrens
Study Nurse Corinna Rast

Tumordokumentation Klinikum Landshut
Evelyn Richter

Termin & Kontakt

Sprechzeiten:

Montag und Mittwoch 08:30 – 14:00 Uhr
Donnerstag 13:30 – 18:00 Uhr
Freitag 08:30 – 12:30 Uhr

Selbsthilfegruppe Prostatakrebs:

Christian Geltl

www.prostata-shg-landshut.de

Fon: 0871/698-1869

geltl-chr(at)t-online.de

Ansprechpartner

Andrea Lorber

Andrea Lorber

Sekretariat
Natalie Rohrbeck

Natalie Rohrbeck

Sekretariat